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Foo Fighters – These Days

Wenn du im Schatten eines gewaltigen Egos stehst, kann es dir ganz schön dreckig gehen. So ging es auch Nirvana-Schlagzeuger David Grohl. Der stand im Schatten des Übermenschen Kurt Cobain. Gerade mal einen einzigen seiner Songs konnte Grohl auf einem Nirvana-Longplayer unterbringen. Erst als Cobain sich ins Jenseits verabschiedete,

kam Grohls Chance. Urplötzlich, aus dem Nichts, wie die unbekannten Flugobjekte, die man im 2. Weltkrieg „Foo Fighters“ nannte. Ein schöner Name auch für Grohls Projekt. Dass es, so ganz nebenbei, ohne Grohls Psychiater wohl nie gegeben hätte. Der nämlich riet Grohl, unbedingt weiter Musik zu machen – um psychisch aus dem Schatten des großen Kurt Cobain zu treten. Grohls bester Song: These Days.

„Eines Tages wird sich der Boden unter deinen Füßen auftun.
Eines Tages wird dein Herz aufhören und seinen letzten Schlag tun.
Eines Tages werden die Uhren stillstehen und Zeit wird keine Bedeutung mehr haben.
Eines Tages werden ihre Bomben herunterfallen und überall wird Ruhe einkehren.“

Weltuntergang, möchte man meinen. Das Ende der Zeiten, wie die Bibel gelegentlich so schön pathetisch formuliert. Und das scheint tatsächlich gekommen zu sein:

„Eines Tages werden sich deine Augen schließen und der Schmerz wird verschwinden.
Eines Tages wirst du vergessen zu hoffen und lernen Angst zu haben.“

Da gibt es keinen Zweifel: Dieser Song ist an Hoffnungslosigkeit kaum zu überbieten. Angesichts schlimmster Erfahrungen gibt es keinerlei Trost mehr. Was für ein Wahnsinn! Auch dein Herz wird gebrochen, auch dein Stolz wird vernichtet, so der weitere Text sinngemäß. Es gibt keinen Ausweg. So ist nun einmal menschliches Leben. Und deshalb würde man am liebsten aus diesem Leben entfliehen. Nur weg, weit weg! Wäre da nicht inmitten all dieses Wahnsinns der unwirklich wirkende Kommentar:

„Aber das ist in Ordnung, das ist alles ok!“

Was soll daran gut sein? Warum kann man ein Leben voller Leiderfahrungen trotzdem gutheißen? Bewusst haben die Foo Fighters mit diesem Song auch Opfern von Katastrophen ein Denkmal gesetzt. Vielleicht um die Fragen aufzuwerfen, wie man mit Leid umgehen kann, wie man es ertragen kann. Mit Gott streiten? Ihm Vorwürfe machen? Oder darauf vertrauen, dass, so zynisch das klingt, am Ende alles einen Sinn hat? Eine Antwort geben die Foo Fighters nicht – die überlassen sie ihren Hörern. These Days.

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