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System Of A Down – Chop Suey

Eigentlich sollte der Song ja „Suicide“ heißen. Aber das war selbst den Männern von System Of A Down dann doch zu dicke. Nicht etwa, weil die Plattenfirma das so wollte, betonte die Band. Weil die Musiker es für richtiger hielten, bekam der Song einen neuen Titel. Im Sommer vor 20 Jahren stand dann „Chop Suey! Shop Suey!“ in den Läden. Und um das gleich vorwegzunehmen: Seit rund einem Jahrzehnt befinden sich System Of A Down mit diesem Song im Club der Milliardäre: Damals überschritt das Video bei YouTube die magische Marke von einer Milliarde Aufrufen. Bis heute können das nicht gar so viele Songs für sich in Anspruch nehmen. Dabei dreht sich der Song auf den ersten Blick lediglich um die stinknormale Morgenroutine.

„Wach auf, wach auf! Schnapp dir einen Pinsel und trage ein bisschen Make-Up auf.
Verstecke deine Narben, damit die Erschütterungen verblassen.
Warum hast du die Schlüssel auf dem Tisch gelassen?
Los geht’s, erschaffe eine weitere Legende.“

Doch dieser Text ist nur auf den ersten Blick harmlos. Die „Narben“ und „Erschütterungen“, die es zu verbergen gilt, sind die Niederlagen, die das Leben geschlagen hat. Und die Legende, die erschaffen werden soll? Ein Aufruf zum Selbstmord scheint zumindest im Bereich des Möglichen zu sein. Vor allem aber ist der Song eine Kritik daran, wie Menschen über den Tod sprechen. Sterbe jemand an einer Überdosis, heiße es schnell: Selbst schuld. Der hat es verdient, so Gitarrist Daron Malakian. Als Gegensatz dazu heißt es im Text:

„Ich weine, wenn es Engel verdient haben zu sterben.“

Überraschend enthält „Chop Suey“ ein Bibelzitat: Die Worte des sterbenden Jesus am Kreuz:

„Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Warum hast du mich verlassen?“

Was die Band ganz sicher nicht zu einer christlichen Gruppe, macht, was aber wohl bedeutet:

Egal, woran ein Mensch stirbt – jeder hat denselben Respekt, dieselbe Ehrfurcht verdient. Dazu gehört auch, ihn in seiner schwersten Stunde nicht allein zu lassen. Ein Thema, das alle angeht. Jetzt oder später. System Of A Down: „Chop Suey“.

Kleiner Nachtrag: Nach 15 Jahren Pause veröffentlichten System Of A Down im vergangenen Jahr zwei neue Songs. Mit den Einnahmen aus „Protect The Land“ und „Genocidal Humanoidz“ unterstützt die Band die Hilfsorganisation „Armenia Fund“. Die 500.000 Euro-Marke wurde bereits im November 2020 gerissen. Wer dem „Armenia Fund“ helfen will, kauft die Songs über die Bandcamp-Seite der Gruppe.

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