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Iron Maiden – Run To The Hills

Was haben der Zerfall der Sowjetunion, die Invasion der Wikinger in England, der Pharao im ägyptischen Totenkult und die Atombombe auf Hiroshima miteinander zu tun? Sie alle werden bei den Hardrockern von Iron Maiden zu Songs. Rund 30 Songs über historische Ereignisse und Personen haben die Briten seit 1975 gemacht – vermutlich Weltrekord. Einer davon: Run To The Hills aus dem Jahr 1982. Textprobe:

„Wir reiten durch Staubwolken und ödes Gelände, im harten Galopp über Ebenen,
jagen die Rothäute zurück in ihre Löcher, bekämpfen sie auf ihrem eigenen Land.
Morde für die Freiheit, Dolche in den Rücken, Frauen und Kinder und Feiglinge.“

Ein Song, der die Klischees von Wild-West-Filmen nur so aufnimmt. Ein Song, der hart und brutal die Wirklichkeit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten beschreibt – zumindest vor rund 150 Jahren. Doch Iron Maiden gehen kritisch um mit der Ge-schichte Nordamerikas. Ihr Song wird zu einer Anklage gegen die Weißen, gegen den Völkermord an den Indianern. Denn im Song heißt es auch:

„Die Bleichgesichter kamen über das Meer, brachten uns Leid und Elend.
Sie töteten unsere Stämme, töteten unseren Glauben.
Sie nahmen unser Wild für ihre Zwecke. Wir haben hart und gut gegen sie gekämpft.
Draußen auf den Ebenen bereiteten wir ihnen die Hölle. Aber es waren zu viele.“

Rettung gab es allenfalls in den Bergen – Run to the hills! – für viele Indianer nicht nur ein gutes Versteck, für manchen Stamm auch der Sitz der guten Götter… oder zumindest ein Ort, wo man gut zu ihnen Kontakt aufnehmen kann. Das Recht der Freiheit, der Selbstbestimmung der Indianer wird von den Weißen mit Füßen getre-ten. Denn es geht um Reichtum, um Gold, um Besitz. Und da gerät schnell in Ver-gessenheit, was die christlichen Missionare schon damals deutlich hätten sagen müssen: Dass alle Menschen gleiche Rechte haben, dass alle gleich viel wert sind, egal welche Hautfarbe sie besitzen. Vor allem: dass sie alle gleichermaßen Gottes Kinder sind. Das aber wird angesichts von Macht und Reichtum schnell vergessen. Übrigens: Nicht nur damals in Nordamerika, auch heute noch – und auch bei uns! Grund genug für Iron Maiden, den Finger in die Wunden zu legen: Run To The Hills!

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