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Nirvana – Smells Like Teen Spirit

Was hat die Band Nirvana mit der Deodorant-Industrie zu tun? Kurt Cobain war mal mit einer jungen Frau zusammen, die immer ein Deo namens „Teen Spirit“ benutzte. Wenn sie Kurt umarmte, roch er danach genauso. Irgendwann griff

eine Freundin, die Bikini-Kill-Sängerin Kathleen Hanna, zu einer Spraydose und sprühte nachhaltige Worte an die Wand: Kurt smells like teen spirit. Ihr könnt Euch vorstellen, dass diese Deomarke nach Veröffentlichung des legendären Nirvana-Songs bei Fans einen wahren Deo-Kaufrausch ausgelöst hat. Startschuss war hier übrigens der 10. September 1991. Also vor ziemlich genau 29 Jahren.

Im Songtext geht es aber so gar nicht um gute Gerüche. Cobain war genervt, dass es Ende der 80er nur noch einen Brei an Musik gab, der allen gefiel. Heißt, Jugendliche und ihre Eltern hörten die gleiche Musik. Dagegen musste was getan werden. Aus Rock und Punk entstand Grunge. Endlich wieder Musik, bei der sich die Eltern die Ohren zuhielten. “Smells Like Teen Spirit” gilt als wichtigster Song dieser Ära, der Grunge am Ende richtig gesellschaftstauglich gemacht hat. Ein Effekt, den Cobain ja eigentlich gar nicht wollte. Sein Ziel war es doch, dem Mainstream etwas entgegenzusetzen…
Inhaltlich geht es nämlich auch um das Unangepasstsein. Cobain singt:

“Wenn das Licht aus ist, ist es weniger gefährlich
Hier sind wir, jetzt lasst uns auch mal was sagen.
Ich fühl’ mich dumm und ansteckend.
Hier sind wir, jetzt lasst uns auch mal was sagen.”

“Smells like Teen Spirit” ist wie eine Art Aufruf. Ein Aufruf, nicht alles abzunicken und anzunehmen. Lasst uns aufstehen und auch mal was sagen. Lasst uns ewig Teenager bleiben, die das Leben in Frage stellen.
Dieses Infrage stellen ist auch etwas, was das Christentum auszeichnet. Im Lukasevangelium steht zum Beispiel: “Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele […] und mit deinem ganzen Verstand.” Egal was uns beschäftigt, ob das Leben, der Tod, was auch immer, vor Gott darf ich alle Fragen stellen. Ich darf zweifeln und kritisch sein. Ich soll nicht alles abnicken. Ich soll mir, wie Kurt Cobain es sich damals gewünscht hat, den Blick eines Teenagers auf die Welt, den jugendlichen Geist erhalten. Teen Spirit eben.

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