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Who, The – The Seeker

Fans wird es freuen: Sie haben es tatsächlich noch einmal getan. 13 lange Jahre nach “Endless Wire” melden sich The Who noch einmal zurück. Sänger Roger Daltrey sowie der nahezu taube Gitarrengott Pete Townshend liefern auch mit ihrem zwölften Album wieder ein komplexes Meisterwerk. Für Rockfans genau das Passende für „unter den Weihnachtsbaum“.

Klar, die Zeiten, in denen die Band auf der Bühne ihr Equipment in wahren Zerstörungsorgien zerlegte, sind lange vorbei. Denn die beiden verbliebenen Gründungsmitglieder Townshend und Daltrey sind satte 74 und 75 Jahre alt. Aber verlernt haben sie nichts. Und das, obwohl die größte Popularität der Band genau 50 Jahre zurückliegt: Denn 1969 veröffentlichten The Who mit „Tommy“ die erste mega-erfolgreiche Rockoper der Weltgeschichte; im selben Jahr waren sie beim Woodstock-Festival die ganz großen Abräumer. Dann der Absturz: Ein Jahr später erlitt Townshend einen Nervenzusammenbruch, war von massiven Selbstzweifeln geplagt. Dokumentiert sind die im Song „The Seeker“ von 1970.

„Ich suchte unter Stühlen, suchte unter Tischen.
Ich versuchte den Schlüssel für fünfzig Millionen Mythen zu finden.
Ich habe Bobby Dylan und die Beatles gefragt, selbst (Drogenpapst) Timothy Leary –
Aber auch der konnte mir nicht weiterhelfen.
Man nennt mich den Suchenden. Ich habe schon überall und nirgends gesucht.
Ich bekomme es einfach nicht hin, das zu finden, wonach ich suche.
(Das wird so weitergehen) bis zu dem Tag, an dem ich sterbe.“

Oft genug passiert es einfach: In Momenten des größten Glücks geraten gerade sensible Menschen in eine Krise. Warum lebe ich eigentlich? Welches größere System steckt hinter dem, was wir Leben nennen? Was soll das alles? Und dazu gesellen sich die Fragen: Woher komme ich? Was wird aus mir, wenn mein Leben hier auf der Erde vorbei ist?

Wer sich die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt, kommt schnell an die Grenzen seines Denkens. Denn logische, belastbare Antworten fallen schwer. Gläubige Menschen haben es da leichter: Die gehen davon aus, dass Gott so etwas wie ein Ur-Grund ist, der letzten Halt gibt: Gott hat das Leben geschenkt; bei ihm findet der Mensch nach seinem irdischen Leben so etwas wie eine letzte Erfüllung. Zwischendrin hat er sich Aufgaben zu stellen, Bewährungsproben zu meistern. Und dazu beizutragen, dass die Welt täglich ein kleines bisschen besser wird. Zufrieden sein aber wird der Mensch erst dann, wenn er einen Sinn in seinem Leben gefunden hat. Bis dahin bleibt er ein Rastloser, ein Suchender. The Who und The Seeker.

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