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Who, The – Behind Blue Eyes

Schon blöde, wenn man an die Falschen gerät: Ausgerechnet an zwei Drogenfahnder verkaufte John Sinclair vor 40 Jahren zwei Joints. Ergebnis: zehn Jahre Knast. Kann nicht sein, meinte Schriftsteller und Aktivist Abbie Hoffman, und enterte beim Woodstock-Auftritt von The Who kurzerhand die Bühne. Eine Rede wollte er halten zugunsten von Sinclair. Doch Who-Gitarrist Pete Townshend prügelte den politisch Ambitionierten kurzerhand von der Bühne.
Aggressiv, laut und unberechenbar – seit ihrer Debüt- LP „My Generation“ 1965 steckten The Who tief in dieser Schublade. Roger Daltrey, Pete Townshend, John Entwistle und Keith Moon galten als Sprachrohr eines aggressiven Teils der britischen Jugendkultur, der Mod-Bewegung. In Amiland und bei uns standen sie für den Genre-Begriff „British Invasion“ – eine merkwürdige Mischung aus Angst vor Gewalt bei gleichzeitiger Bewunderung.
Im Mai 1969 kam dann die Rockoper Tommy, im August der legendäre Woodstock-Auftritt der Band – der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Zwei Jahre nach Woodstock allerdings komponierte Pete Townshend einen Song, der mehr als 30 Jahre später noch einmal ein Hit wurde: Behind Blue Eyes.

Niemand weiß, was es bedeutet, stets der böse, traurige Mensch sein zu müssen,
der sich hinter traurigen Augen versteckt! Niemand weiß, wie es ist, gehasst zu sein.
vom Schicksal bestimmt, nur noch Lügen zu erzählen.
Aber meine Träume sind nicht so leer, wie es den Anschein hat.
Meine Stunden sind einsam, meine Liebe ist verdammt, Rache zu üben ohne Ende.

Inspiriert zu diesem Song hatte Pete Townshend der Selbstmordversuch eines engen Freundes. Und so wurde „Behind Blue Eyes“ ein Aufschrei gegen den Tod, gegen Verzweifelung und ein klares Votum für das Leben. Ein Leben, bei dem Freunde den Rücken stärken, füreinander da sind und verhindern, dass man in Depressionen und Einsamkeit versinkt. Ein Song, der trotz aller Trauer sagt: Das Leben ist viel zu schön, um es einfach wegzuwerfen. Nachzuhören bei The Who und Behind Blue Eyes.

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