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Healey, Jeff – Hell To Pay

Jeff Healey war ein ganz besonderer Musiker. Der Blues-Gitarrist und Sänger ist im Alter von 1 Jahr an einem Tumor erblindet. Mit 3 hat man ihm eine Gitarre geschenkt und Healey entwickelt sich zum wahren Virtuosen an diesem Instrument. Das Besondere:

Er sitzt auf einem Stuhl und legt sie zum Spielen auf den Schoß- so entstehen unnachahmliche Töne.
In den 80ern folgen Sessions mit BB King oder Bob Dylan. Und mit der Jeff Healey Band bringt er mehrere Alben in die Charts.
Healey ist blind, was bewirkt, dass er seiner Umwelt sehr genau zuhört. Und es scheint ihn sehr gestört zu haben, dass sich viele Menschen über Nichtigkeiten beschweren. Im Song „Hell to Pay“ macht er sich Luft und singt:

Nun, wenn Du denkst, Du hättest Probleme, die Du wirklich nicht brauchen kannst,
sind sie vielleicht gar nicht so schlimm, wie sie scheinen.
Denn in einer Welt voller Elend, Hass und Gier,
sind Deine Probleme der Traum eines anderen Mannes.
Jetzt, wo deine eigene kleine Welt in einem Zustand zu sein scheint, wo du denkst, du verlierst vielleicht deinen Verstand,
Denk an die Leute, die nur warten können
Auf ein Glück, dass Sie nie finden werden.

Man kriegt großen Respekt vor diesen Worten aus dem Mund eines Mannes, der wirklich weiß, wovon er hier singt. Einen bösartigen Tumor im Kopf, der die Endlichkeit seines Lebens klar greifbar macht, plus die folgende Erblindung… Und doch strotzte Healey vor Lebensmut.
Mir fällt da ein Satz ein, den Goethe irgendwann mal gesagt haben soll: Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.

Den Blick auf das kleine Glück richten – mir fällt das nicht immer leicht. Es gibt Tage, da lass ich mich von Kleinigkeiten schon ganz schön runterziehen.

In einer Welt voller Elend, Hass und Gier,
sind Deine Probleme der Traum eines anderen Mannes
,

singt Healey und ich verstehe, dass ich und ihr, dass wir vielleicht auch manchmal auf sehr hohem Niveau meckern. Er hat ja Recht, eigentlich ist unser Leben doch wirklich „traumhaft“ schön.
Im Jahr 2008 hat Healey den Kampf gegen den Tumor verloren. Sein Vermächtnis, seine Musik bleibt uns als Energietank, der uns das kleine Glück je nach Bedarf wieder ein Stück näher bringt.

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