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Florence + The Machine – Kiss With A Fist

Die Eltern beide Professoren, zu Hause eine Patchwork-Familie, bei der die Mam und Dad verzweifelt versuchen, sechs Kids unter einen Hut zu bringen – bis sie resignieren und die Parole ausgeben: „Macht doch was ihr wollt!“ Das ist der Startschuss für die dunkle Seite im Leben von Florence Welch, bekannt als Frontfrau von Florence + The Machine.

Als Vierzehnjährige verirrt sie sich im Nachtleben von London – und dank der Droge Alkohol ist sie enthemmt, „lebt sich aus“, wie man verharmlosend sagen könnte. Entdeckt wird die Frau mit der interessanten Stimme… vollkommen betrunken auf einer Toilette. – Im Sommer wird Florence 33 Jahre alt – und trägt nach wie vor ihre Songs mit Klein-Mädchen-Attitüde vor. Die Songtexte dazu allerdings sind knochenhart und heftig. Beispiel: „Kiss With A Fist“.

„Du schlugst mich, ich schlug zurück. Du gabst mir einen Tritt, ich dir einen Schlag.
Du zerschlugst einen Teller auf meinem Kopf. Danach fackelte ich unser Bett ab.
Das Veilchen an meinem Auge hat keinen Schlagschatten;
deine roten Augen sehen nichts mehr.
Deine Schläge zeigen keine Wirkung, deine Tritte treffen nicht. Also sind wir quitt.
Ich habe dir schon mal die Kinnlade gebrochen. Und dein But floss auf den Boden.
Im Gegenzug hast du mir das Bein gebrochen.
Also setz dich hin und guck dem Bett dabei zu, wie es abfackelt!“

Eine „abenteuerliche Liebesbeziehung“, die Florence da besingt. Nichts, was sie aus dem wirklichen Leben kenne. Aber dennoch verstieg sie sich zu der steilen These: Lieber von einem Mann verdroschen zu werden, als von ihm ignoriert zu werden. Na ja, Frau Welch, das kann man auch anders sehen. Wobei „Kiss With A Fist“ immerhin davon ausgeht, dass sich Männlein wie Weiblein nichts schenken. Eine merkwürdige Form der Gleichberechtigung! – Tatsächlich liegt der Schlüssel zum Song an anderer Stelle: Jeder Mensch hat seine dunklen Seiten, sagt Florence im Interview. Sie besinge diese dunklen Seiten, diese Albträume – und therapiere sich damit quasi selbst. Denn was sie besinge, müsse sie nicht in der Realität ausleben.
Auch eine Form, über sich selbst zu reflektieren. Vor allem aber: seine dunklen Seiten anzunehmen. Und so mit ihnen umzugehen, dass in der Realität niemand zu Schaden kommt. Florence + The Machine mit „Kiss With A Fist.

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