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Status Quo – In The Army Now

1962 unternahmen ein paar Schuljungen unter dem Namen „The Spectres“ mit schlappen d r e i Gitarrenriffs ihre ersten musikalischen Gehversuche. Mehr als 40 Jahre und unzählige Hits später sind sie die ungekrönten Könige des Boogie-Rock: Status Quo. Um allerdings ehrlich zu bleiben: Der legendäre „Quo-Sound“ mit den angeblich immer selben drei Griffen entstand erst um 1970. Die Band übrigens nimmt die ständigen Anfeindungen längst mit Ironie: Vor rund vier Jahren veröffentlichten Status ein Album mit dem witzigen Namen: In Search of the Fourth Chord – Bei der Suche nach dem vierten Gitarrengriff… Musik zum Head-Banging, Musik zum Tanzen – das wollten Frank Rossi, Rick Parfitt und Co. machen. Die Texte – die waren nicht immer ganz so wichtig. Ein Song allerdings fällt musikalisch und textlich völlig aus dem Rahmen. „In the Army Now“ ist engagiert und voller beißender Ironie. Einmal Urlaub in einem fremden Land – Onkel Sam tut, was er kann. Jetzt erinnerst du dich, was dir der Konstrukteur gesagt hat: Den ganzen Tag nichts zu tun, außer im Bett zu liegen. Du warst der Held der Nachbarschaft, aber keiner weiß, dass du wegen des Guten gegangen bist. Geschickt zeichnet die Band das Klischee eines Möchte-gern-Helden, der sich mit kindichen Vorstellungen an die Armee wendet. Dass er es allerdings mit einer Kriegsmaschinerie zu tun hat, die sein eigenes Leben bedrohent, wird schon ein paar Zeilen später deutlich: Handgranaten fliegen über deinen Kopf hinweg, Raketen folgen ihnen nach. Wenn du überleben willst, musst du schleunigst dein Bett verlassen. Schüsse krachen durch die Nacht, ein Sergeant brüllt: „Steh auf und kämpfe!“ Du bekommst die Order, erst dann zu schießen, wenn der Feind in Sichtweise ist. Du hast den Finger am Abzug, aber dir scheint der Kampf unrecht zu sein. Die Nacht bricht herein und du weißt nicht, ist es Illusion oder Wirklichkeit. Du bist jetzt in der Armee! In The Army Now erschien im Sommer 1986, im Internationalen Jahr des Friedens. Wenige Monate vorher hatten Wissenschaftler aus der ganzen Welt die sogenannten Erklärung von Sevilla abgegeben: Eine Erklärung g e g e n Krieg und Gewalt. Darin hieß es: „Krieg ist eine Erfindung des Menschen. Wer Krieg erfunden hat, kann auch den Frieden erfinden. Jeder von uns ist dafür mitverantwortlich.“ Oder wie die Bibel sagt: Du sollst nicht morden. Dieser Botschaft wollten sich sogar Status Quo mit einem kleinen Beitrag anschließen. Hier sind sie und „In The Army Now“.

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