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Status Quo – Rocking All Over The World

Als sich John Fogerty von seiner Band Creedence Clearwater Revival trennt, ist der Mann ein Wrack. Fast! Vorausgegangen waren Streitigkeiten mit den Bandkumpels. Und vor allem mit dem Management: Das verdiente nämlich satt an den alten CCR-Songs. Jedes Mal, wenn ein CCR-Song im Radio oder auf der Bühne gespielt wurde, wuchsen die Kontostände des Managements. Die Musiker selbst schauten mehr oder weniger in die Röhre. Für John Fogerty Grund genug,

seine eigenen Creedence-Songs einfach nicht mehr zu spielen. Stattdessen nimmt er 1973 unter dem Namen Blue Ridge Rangers ein paar Country-Klassiker auf. Ein Flop! Genauso wie sein nächstes Album zwei Jahre später. Obwohl das einen authentischen Song enthält: einen Song nämlich von einem Musiker, der mit seiner Musik die Massen bewegt.

 

Szenenwechsel: Status Quo-Gitarrist Rick Parfitt hat einen langen Studiotag in den Knochen und wohl irgendetwas anderes in den Venen. Trotzdem fährt er abends mit dem Auto nach Hause. Ein vermeintlicher Anhalter, den er mitnehmen will, entpuppt sich als Briefkasten. Genervt schaltet Parfitt das Radio ein. Er hört John Fogertys „Rocking All Over The World“. Und ist begeistert.

Was für Fogerty fast ein Flop war, wird bei Status Quo ein Riesenhit. Mit “Rockin‘…” eröffnen die Meister des Boogie-Woogie-Bluesrock das legendäre Live Aids-Konzert gegen den Hunger in Afrika; mit verändertem Text, nämlich „Running All Over The World“, beteiligt sich die Band an „Sport Aid“, ebenfalls gegen den Hunger in Afrika. Und längst gibt es andere Versionen des Songs: Beim englischen Premier League-Fußballclub Southend United, bekannt als The Shrimpers, singen die Fans „Shrimping All Over The World“. Und nordirische Fußballfans, bekannt für ihre Trinkfestigkeit, intonieren bis heute immer mal wieder ihr „Drinking All Over The World“.

Das zeigt: Ein Song kann Gemeinschaft stiften und Massen bewegen. Und er kann die Welt verbessern. Schade nur, dass der Ruhm an Songwriter John Fogerty vorbeigeht. Doch der reagierte schon vor Jahren ziemlich gelassen: Er sei damals total fertig gewesen. Da habe es ihm sehr geholfen, dass einer seiner Songs so erfolgreich war. Auch wenn es eben nicht sein Original war, sondern eine Coverversion. – Vielleicht ist ja doch etwas dran an dem, was der alte Augustinus mal gesagt hat: „Wer singt, betet doppelt.“ Was schlichtweg heißt: Songs können Berge versetzen. Einer davon: Status Quo und “Rockin‘ All Over The World”.

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