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Marley, Bob – Iron Lion Zion

Miami, Florida, Flughafen, am frühen Morgen des 11. Mai 1981. Ein Flieger aus Deutschland ist gelandet. An Bord: der Superstar des Reggae, Bob Marley. In einer Spezialklinik am bayrischen Tegernsee hat er seinen Krebs behandeln lassen. Erfolglos, so dass der Musiker beschließt, zum Sterben in die Heimat zurückzufliegen, nach Jamaika. Doch soweit kommt es nicht. Marley ist zu schwach für den Weiterflug von den USA in die Karibik. Das schnelle Einliefern in ein Krankenhaus bleibt erfolglos. Kurz vor Mittag stirbt der König des Reggae, gerade einmal 36 Jahre alt.

Für Fans in Europa und den USA stirbt ein Musiker. Für die Menschen in der Karibik der wichtigstes Botschafter ihrer Religion. Denn Bob Marley war glühender Anhänger des Rastafarianismus, einer Religion, die wesentliche Elemente aus der christlichen Bibel übernommen hat, vor allem aus dem so genannten Alten Testament. Wesentlicher Unterschied: Nicht Jesus Christus, sondern Haili Selassie, der Kaiser von Äthiopien gilt als wiedergekehrter Messias. Denn sein Äthiopien gilt als einziges Land Afrikas, das nicht von Weißen beherrscht werden konnte.
Marleys Reggae ist das Sprachrohr des Rastafarianismus, transportiert seine Botschaft weltweit. Eine religiöse und eine politische Botschaft: So glauben Rastas an die Rückkehr ins von Gott gelobte Land, nach Afrika. Dorther waren vor Jahrhunderten ihre Vorfahren als Sklaven verschleppt worden. Und weil in vielen Staaten Schwarze immer noch als Menschen zweiter Klasse gelten, predigen Rastas den Aufstand, den notfalls bewaffneten Kampf gegen Ungerechtigkeit. Für bessere Jobs, gegen die Unterdrückung durch Weiße, für die frei Ausübung der Religion. Dazu gehört das Rauchen von Ganja, dem jamaikanischen Marihuana. Nach Rastaüberzeugung ist dann Gott, genannt Jah, anwesend. Und: Ganja ist Medizin, die einzige, die arme Jamaikaner bezahlen können. Deshalb fordert Marleys Bandkollege Peter Tosh: Legalize Marihuana!
Mit dem Song Iron Lion Zion hat Bob Marley dem früheren äthiopischen Kaiser Haile Selassie ein Denkmal gesetzt: Der eiserne Löwe von Juda ist der Führer in die Freiheit. Mit seiner Hilfe ist ein Leben in einem freien Afrika nur für Schwarze möglich.
Veröffentlicht wurde der Song übrigens erst ein paar Jahre nach Bob Marleys Tod. Ein Song, der deutlich macht, dass die Rastas eben andere Vorstellungen haben als Christen. Zum Gedenken an Bob Marley: Iron Lion Zion.

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