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Marley, Bob – Could You Be Loved

Er hat nie eine Platte aufgenommen, aber ohne ihn würden wir Bob Marley vermutlich gar nicht kennen: Haile Selassie, ehemaliger Kaiser von Äthiopien. 118 Jahre alt wäre er in diesen Tagen geworden. Verehrt wird er auf Jamaika, der Heimat des Reggae, wie kein Zweiter. Durch Selassie wurde Reggaemusik politisch und religiös, durch ihn wurden Musiker wie Bob Marley, Peter Tosh oder Inner Circle überhaupt erst inspiriert. Die harmony.fm Kirchenredaktion über Rastafaris, Reggae … Religion.

Angeblich war Äthiopiens Kaiser Haile Selassie ein Nachfolger von König David aus der Bibel. Als einziges afrikanisches Land wurde Äthiopien nie dauerhaft von Weißen erobert. Deshalb hofften die Nachkommen verschleppter Sklaven, durch Selassie wieder in die Heimat der Vorfahren zurückzukehren. Und genau deshalb wurde der für sie zum Erlöser, zum Messias, zum wiedergekehrten Christus… und zum eisernen Löwen von Juda, Iron Lion Zion.

Einspielung „Iron Lion Zion“

Zu Selassies größten Propheten wurde Bob Marley. Und der machte schon zu Beginn eines Konzertes klar, in wessen Namen er auf der Bühne stand:

Einspielung Opener aus CD Babylon by Bus, Song „Positive Vibration“

Ursprünglich trug Selassie den äthiopischen Fürstentitel Ras, Vorname Tafari. Beides zusammen ergab Rastafari – der Name einer neuen Religion. Wer sich dazu bekennt, ist ein Rastaman, gehört einer besonderen Gemeinschaft an.

Einspielung „Rastaman Vibration“

Zentrales Thema dieser Religion: die Sehnsucht nach den afrikanischen Wurzeln. Rastas lassen – nach einem biblischen Gebot – ihre Haare verfilzen. Marihuana ist für sie keine Droge, sondern eine Möglichkeit, Gott nahe zu sein. Deshalb fordert Rastafari Peter Tosh auch die Freigabe von Marihuana:

Einspielung Peter Tosh, „Legalize It“

Was die Rastas eint, ist ihr Kampf gegen das weiße Unterdrückungssystem. Auch wenn die Sklaverei längst abgeschafft ist – noch immer herrschen in vielen Ländern Weiße über Schwarze, so auch in der Heimat von Bob Marley und Co, Jamaika. Deshalb ist jamaikanischer Reggae immer religiös und politisch. „Lass dich nicht unterkriegen, nicht umerziehen“, fordert Bob Marley. Vertraue darauf, geliebt zu werden, so wie du bist. Das ist die Botschaft bei Bob Marley und einem seiner schönsten Songs, Could You Be Loved.

Info:

  • Marley, Bob, Iron Lion Zion in: ders., Natural Mystic, remastered Island / Universal 2002
  • Marley, Bob, Opener Rastman Vibration in: ders., Babylon By Bus, remastered Island / Universal 2001
  • Marley, Bob, Could You Be Loved in: ders., Uprising, remastered Island / Universal 2001
  • Tosh, Peter, Legalize It in: ders., Legalize It, remastered EMI 2009

Info:

  • Interpret / SONGTITEL in: ders., TEXT ERGÄNZUNGSTEXT

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