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Beatles, The – Revolution (no. 2)

Im Sommer vor 50 Jahren veröffentlichten die Beatles eine Single, deren A-Seite damals als längste Single der Welt galt: Hey Jude, über sieben Minuten lang, war als Trostsong für John Lennons Sohn Julian gedacht. Denn der litt schwer unter der Scheidung von Papa John und dessen erster Frau Cynthia. Paul McCartney hatte den Song
als eine Art Ersatz dafür geschrieben, dass Julian seinen Vater nach der Scheidung kaum noch zu Gesicht bekam. Und die Textpassage „Make it Better“ war wohl auch als Aufforderung gedacht, das eigene Leben besser in den Griff zu bekommen als John Lennon das über Jahre gelang. –

Trotz dieser fürsorglichen Geste: John Lennon wollte lieber seinen Song „Revolution“ zur A-Seite der Single machen: ein Appell, die Welt täglich ein kleines bisschen besser zu machen – und gleichzeitig eine Absage an alle gewalttätigen Revolutionen der damaligen Zeit.

„Du sagst, du willst eine Revolution. Nun, wir alle wollen die Welt ändern.
Du sagst, das ist Entwicklung. Aber wenn du über Zerstörung sprichst,
dann kannst du nicht auf mich zählen. Weißt du nicht, dass alles gut wird?
Du sagst, du willst eine endgültige Lösung. Nun, wir sind gespannt auf deinen Plan.
Du fragst mich nach meiner Beteiligung. Nun, wir alle tun, was wir können.
Aber wenn du Geld willst für Leute mit einer Gesinnung voller Hass.
Dann kann ich dir nur sagen, Bruder, dass du warten musst.
Weißt du nicht, dass alles gut wird?“

Alles wird gut – eine Zuversicht, die John Lennon wohl seiner religiösen Erziehung verdankt. Da war etwas hängengeblieben von der Lehre, dass irgendwann das Reich Gottes kommt – also eine Zeit des Friedens, eine Zeit des friedlichen Miteinanders. Eine Hoffnung allerdings, die sich nur erfüllt, wenn wir Menschen daran mitwirken. Und eine Haltung, die sich immer wieder in Lennons Einsatz für den Frieden zeigt: Egal, ob John und seine zweite Frau Yoko Ono eine Woche lang vor Reportern im Bett liegend Friedensbotschaften verkündeten, egal ob Lennon „Give Peace A Chance“ oder „War Is Over If You Want It“ sang. Positive Veränderungen kommen nicht durch Gewalt, sondern allenfalls durch Liebe und persönlichen Einsatz zustande.


Dass seine Bandkollegen von „Revolution“ lediglich eine sanfte Version auf dem „White Album“ duldeten und eine härtere Fassung für die Single auswählten, ändert an dieser Haltung nichts. Zumal die A-Seite der Single, High Jude, überhaupt nicht auf das Album kam. Hier sind die Beatles mit der Single-Version ihres Song zur Verbesserung der Welt ohne Gewalt: Revolution.

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