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Vega, Suzanne – Luka

Stellen Sie sich vor, Sie hören aus der Nachbarwohnung in lautes Schreien, mit einem Riesenkrach geht etwas zu Bruch, dann hört man nur noch ein Wimmern. Da müsste man eigentlich an die Tür gehen und fragen, was los ist. Suzanne Vega singt davon in ihrem bisher erfolgreichsten Song „Luka“. Er klingt wie eine leichte Ballade. Dabei ist der Text ziemlich dramatisch und traurig: Luka ist die Frau von nebenan, aus deren Wohnung immer wieder diese Schreie, Schläge und das Weinen kommen. Regelmäßig wird die Frau in ihren eigenen vier Wänden verprügelt. Und das ist keine Geschichte, die so nur in New York stattfindet, wo Suzanne Vega lebt. Das passiert überall. Auch in unserer Nähe.
Besonders schlimm daran: Die Opfer der Gewalt entschuldigen ihre Täter oft. „Vielleicht bin ich einfach zu tollpatschig, zu verrückt drauf oder gegen die Tür gelaufen“, sagt die junge Frau in dem Lied von Suzanne Vega. Und so versucht sie sich zu erklären, woher die blauen Flecken kommen. Aber was noch schlimmer ist: sie will nicht, dass man ihr hilft, will noch nicht mal darüber sprechen. „Frag mich nicht“. Sagt sie. Dabei ist es genau das, was Menschen brauchen, wenn ihnen Gewalt angetan wird. Dass andere sich einmischen, dass es ihnen nicht egal ist, dass sie mitfühlen, mitleiden und helfen.

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