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Cyrus, Miley – Wrecking Ball

Was wäre, wenn dir deine Eltern die Vornamen „Schicksal“ und „Hoffnung“ geben würden? Wäre das eine Belastung fürs Leben? In Amiland ist das passiert, Ende November 1992: Da nennen Eltern ihr Kind Destiny Hope. Nachname: Cyrus. Weil das hübsche Kind immer nur lächelt, gibt’s den Spitznamen Smiley oben drauf. Irgendwann geht das „s“ flöten, und so ist der Künstlername geboren: Miley Cyrus.

Was dann folgt, klingt nach Märchen: Das hoffnungsvolle Mädchen wird Schauspielerin, macht als Elfjährige Karriere  beim Disney Channel: Hannah Montana heißt die Serie, die Cyrus zum Kinderstar und Teenager-Idol werden lässt. Mit 17 lässt sie sich in einer frommen Baptistengemeinde taufen, immer einen Ring an der Hand, der signalisiert: Mit mir gibt’s Sex erst in der Ehe!

Musikalisch ist Miley mittlerweile top! Und macht Schlagzeilen: Mal taucht sie äußert leicht bekleidet auf, mal leckt sie nackt eine Abrissbirne, mal verkündet sie, dass sie ein 18 Jahre älterer Rapper geschwängert habe. Und zwischendurch Bemerkungen, die ihr rassistische und antisemitische Vorwürfe einbringen. Tatsächlich: Miley Cyrus knallt ins Leben, wie eine Abrissbirne. Auf Englisch: Wrecking Ball.

„Ich hab dich hoch in den Himmel gehoben. Und jetzt, kommst du nicht mehr runter.
Ging alles ganz langsam, hast mich am ausgestreckten Arm verbrennen lassen.
Und jetzt, jetzt sind wir nur noch Asche, die zu Boden fällt.
Ich wollte hier nie einen Krieg anfangen, Wollte nur, dass du mich zu dir rein lässt.
Statt Gewalt anzuwenden, hätte ich dich wohl besser einfach gewinnen gelassen.
Ja, ich kam an wie eine Abrissbirne, hab die Augen zugemacht und Schwung geholt
und bin letztendlich unter Flammen zu Boden gestürzt und dort zerschmettert.“

Die Sängerin Sinead O’ Connor, selbst umstritten, äußert Mitleid und Betroffenheit: Es sei wenig cool, sich ausbeuten zu lassen. Langfristig bringe das nur Leid!

Womit sie sagen will: Wer es versäumt, in seinem Leben die notwendigen Grenzen zu ziehen, ist vielleicht kurzfristig ein Held. Am Ende aber zahlt er – unter Umständen mit seinem Leben, mit seiner Seele. Während clevere Geschäftsleute sich ein neues Opfer suchen. Wirkungsvoll, aber so dumpf wie eine Abrissbirne. Oder ist Einsicht doch der erste Weg zur Besserung? Dann wäre Wrecking Ball sogar ein hoffnungsvoller Song, der zeigt: So geht es nicht weiter! Miley Cyrus und Wrecking Ball.

Cyrus, Miley: Wrecking Ball, in: ders.:, Bangerz, RCA/Sony 2013 bei amazon

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