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18. Februar – Rolling Stones live in Rio de Janeiro (2006)

Momentaufnahmen, kurze Episoden in den Medien, flüchtige Eindrücke – und alles rauscht einfach vorbei? „Auch das noch“ zeigt die Skripte (leicht überarbeiteter) Rundfunkbeiträge aus dem öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk. Manche wurden sogar speziell für Heaven On Air geschrieben. Frei nach dem Motto: einfach mal einen Moment innehalten.

18. Februar – Rolling Stones live in Rio de Janeiro (2006)

Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ron Wood – wer bei diesen Namen nicht sofort an die Rolling Stones denkt, hatte vermutlich noch nie mit Rockmusik zu tun. Neben den niederländischen Golden Earring und den US-amerikanischen Beach Boys gelten die Stones als dienstälteste Band der Welt. Der erste Auftritt, damals noch als „The Rollin‘ Stones“ und damals noch mit Brian Jones, datiert vom 12. Juli 1962. Aber eingefleischte Fans pflegen an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass die Geburt der Rolling Stones findet am Morgen jenes 17. Oktobers 1961 erfolgt. Da treffen sich nämlich zwei Teenager am Bahnhof von Dartford (Grafschaft Kent). Einer von ihnen, Mick Jagger, hat einen Stapel Schallplatten von Chuck Berry und Muddy Waters unter dem Arm. Und darüber kommen die beiden nicht nur ins Gespräch, sondern verabreden sich auch zum Musikhören. Dass sich Mick und Keith eigentlich schon seit der Grundschule kennen, aber jahrelang keinen Kontakt miteinander hatten, würzt die ganze Geschichte noch mit einem Schuss mehr Originalität. Was aus dem gemeinsamen Musikhören wurde, ist ja hinlänglich bekannt.

Wie auch immer: Seit nunmehr fast 60 Jahren rocken die Rolling Stones die Massen. Ron Wood, der erst 1975 ein Stone wurde, ist mit gerade mal 73 Jahren das Nesthäkchen in der Band, Charlie Watts, der im Sommer 80 wird, der Grand Seigneur. Mick Jagger und der nur wenige Monate jüngere Keith Richards feiern, so der liebe Gott will, in diesem Jahr ihren 78. Geburtstag. Für alle vier gilt: So alt muss man erst mal werden! Dazu so fit. Und außerdem immer noch so voller Energie, wie sie der Rockzirkus – egal ob im Studio oder auf der Bühne – nun einmal von den Aktiven fordert. Aber wie heißt es so schön: A rolling stone gathers no moss – Ein Rolling Stone setzt kein Moos an. So lange er eben rockt und rollt…

Heute vor 15 Jahren spielen die Rolling Stones das größte Konzert ihrer Bandgeschichte. Nein, nicht in Havana auf Kuba – das


war erst am 25. März 2016 und fand auch nur vor einer schlappen halben Million Menschen statt. Am 18. Februar 2006 spielen die Stones in Rio de Janeiro. Im Rahmen ihrer „A Bigger Bang“-Tour treten die Stones da vor knapp 1,2 Millionen Menschen auf. Die Zahl muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: 1,2 Millionen! Ab 50.000 Menschen erkennst du nichts mehr, soll Mick Jagger einmal gesagt haben. 1,2 Millionen sind 24 mal so viel…
Die 60 Meter lange Bühne mit ihren riesigen Lautsprechern und Bildschirmen steht direkt am Strand, an der Praia de Copacabana. Geht es schöner? Sommerliche Wärme, Strand, in der Nähe der Zuckerhut … und dann gilt noch: Eintritt frei! Denn die Kosten für dieses Spektakel von rund vier Millionen Euro übernahmen zwei Mobilfunkkonzerne und die Stadt Rio. Und so hören und erleben also die begeisterten Fans Klassiker wie „Brown Sugar“, „Sympathy For The Devil“ „Honky Tonk Women“ und mehr, insgesamt 19 Songs. Den Schlussakkord setzt natürlich „(I Can Get No) Satisfaction“.

„Heute gibt es nur eine Sprache und das ist Rock“, zitiert das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ einen Konzertbesucher. Und in der Tat: Die Menge feiert friedlich. Die weit über 3.000 Hilfskräfte, darunter etwa 2.700 Polizisten und knapp 500 Feuerwehrleute, sind an diesem Abend mehr oder weniger arbeitslos.

Heute gibt es nur eine Sprache… Dieselbe Sprache sprechen – ein oft verwendetes geflügeltes Wort um auszudrücken, dass man sich versteht, gut miteinander klarkommt, friedlich zusammenlebt. Musik kann Menschen tatsächlich miteinander verbinden. Sie kann helfen, die Grenzen, die Menschen immer wieder zwischen sich errichten, zu überwinden. Sie kann dazu beitragen, dass Menschen sich ausschließlich auf das fokussieren, was sie verbindet. Und deshalb können die Rolling Stones und Millionen von Fans auf der Welt mit Recht sagen: It‘ Only Rock ‚n‘ Roll!!! But I Like It!

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