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Geburtstag am Schalttag 29. Februar – und was jetzt? (Gedanken am 28. Februar)

Für die meisten Menschen bei uns im Land ist das gang und gäbe: An Silvester läuft zumindest in den letzten Minuten der Fernseher. Und in den letzten Sekunden starren alle auf die Uhr, die dann groß eingeblendet ist. Noch drei, noch zwei noch eine Sekunde. Und pünktlich um 23 Uhr 59 und 59 Sekunden nimmt man üblicherweise die Sektgläser in die Hand, um sich genauso pünktlich um Null Uhr

ein gutes neues Jahr zu wünschen. Alles Liebe und Gute zum neuen Jahr. Gesundheit – was kann man in diesen Zeiten Wichtigeres wünschen? – Zufriedenheit, Erfolg. Na ja, was man sich eben so wünscht zum Beginn eines neuen Jahres.
Zum Beginn eines neuen Lebensjahres ist das ganz genauso. Zumindest die, die in ihren Geburtstag hineinfeiern, stoßen pünktlich mitten in der Nacht miteinander an, wünschen sich Gesundheit… Aber das hatten wir ja schon.

Wer allerdings an einem 29. Februar geboren ist, ist irgendwie gekniffen. Er kann heute Nacht noch so lange auf die Uhr starren: Kalendarisch betrachtet fällt sein Geburtstag in diesem Jahr aus. Auf den 28. Februar folgt um 23 Uhr 59 Minuten und 59 Sekunden eben nicht der 29. Februar, sondern der 1. März. Bevor der Geburtstag angefangen hat, ist er auch schon wieder vorbei. Zumindest gilt das für dieses Jahr: Den 29. Februar fügen wir nämlich nur alle vier Jahre unserem Kalender hinzu. Der Grund: Unser Kalender soll, sagen wir mal: „mit dem Pulsieren des Universums“ Schritt hält.
Zeit ist einer der Faktoren, die unser Leben bestimmen. Maßgeblich im wahrsten Sinne des Wortes! Und wir alle fühlen und wissen: Irgendwann läuft unsere Uhr in dieser Welt ab. Ein Leben, in dem die Dimension der Zeit keine Rolle mehr spielt – das ist dann wohl die von den Religionen beschworene Ewigkeit. Ob das wirklich so eine tolle Sache ist, wissen wir nicht. Wie sagt der Volksmund? Von da drüber ist noch keiner zurückgekommen. Keiner, der da genauere Auskünfte geben könnte. Zumindest keine verifizierbaren. Deshalb nehmen wir Menschen es mit der Zeit sehr genau.

Um durch die Beobachtung der Sterne quasi die kosmische Zeitrechnung auf die Er-de zu holen, bauten Inkas, Mayas, Azteken und Ägypter ihre Pyramiden. Auch die Steinformationen im englischen Stonehenge sollen in diesem Sinne ein uralter Zeitmesser gewesen sein. Ganz sicher ist man sich da allerdings nicht. Aber das scheint die naheliegendste Erklärung zu sein.
In Ländern des Nahen Ostens berechnet man die Zeit übrigens vielfach nach dem Mond: Statt eines Schalttages wird dort regelmäßig gleich ein ganzer Schaltmonat notwendig. Um eben auf diese Weise mit dem Pulsieren des Universums Schritt zu halten.
Und es macht durchaus Sinn, dass wir mit dem Universum im Gleichschritt marschieren: Auch wenn es Schwankungen gibt, ist die Uhr, die das Universum vorgibt, auch für uns auf der Erde maßgeblich. An seiner Zeit orientieren wir Menschen uns mit den Aussaaten, mit verschiedenen Festtagen und vielem mehr. Für eine gelingende Kommunikation braucht es zudem eine allseits akzeptierte Grundlage: Wenn mir ein Unternehmen zusichert, bis zum – beispielsweise – 13. Mai eine Ware zu liefern, muss diese Angabe mit meiner Vorstellung vom 13. Mai übereinstimmen. Sonst kann ich möglicherweise lange warten…

Moderne Physiker haben eine Formel aufgestellt: 1 durch 10 hoch zwölf, so genau arbeiten Atomuhren. Und diese Genauigkeit


machen wir uns zunutze. Unsere irdische Zeitrechnung, die uns durch die Rotation der Erde vorgegeben wird, stimmt nicht exakt mit dem Ablauf des Sonnenjahres überein. Deshalb fügen wir alle vier Jahre einen Schalttag ein, alle Jubeljahre sogar eine einzige Schaltsekunde. Sie ahnen es: schon wieder dieses Pulsieren des Universums. Etwas weniger pathetisch formuliert: Unsere Kalender sollen mit der kosmischen Zeitabfolge wieder in Übereinstimmung gebracht werden. Soviel Aufsehen um die Zeit…

Als Kind war ich ein bisschen neidisch auf all diejenigen, die am 29. Februar geboren waren. Ich dachte: Wenn ich mal eines Tages alt und grau bin, sagen wir mal vierzig Jahre alt, dann sind die am 29. Februar geborenen erst zehn Jahre alt. Dann müssen die zwar noch zur Schule gehen. Aber dann haben die auch Ferien, während ich, wie mein Papa, nur ein paar Wochen Urlaub im Jahr habe. Damals habe ich irgendwie gedacht, nur weil man den Geburtstag nicht zählen könnte, würden die Betroffenen auch nicht älter. Diese Vorstellung hat natürlich nicht allzu lange angehalten. Denn schließlich habe ich im Bekanntenkreis erfahren, dass auch die am 29. Februar Geborenen jedes Jahr ihren Geburtstag feiern. Manche am 28. Februar, manche am 1. März. Da gibt es durchaus individuelle Unterschiede. Aber in einem Schaltjahr findet dann die Geburtstagsfeier – kalendarisch richtig – wieder am 29. Februar statt. Das wird dann 2024 das nächste Mal der Fall sein… Deshalb jetzt endlich mal: herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag allen, die heute oder morgen ihren Geburtstag feiern, vor allem dann, wenn sie an einem 29. Februar geboren sind.

Im Laufe der Jahre meine ich übrigens beobachtet zu haben: Wer nur alle vier Jahre seinen Geburtstag am „richtigen“ Tag feiern kann, der spürt mehr als andere, wie kostbar, zerbrechlich, aber auch wie willkürlich Zeit ist. Zeit verrinnt, sagt unsere Sprache.
Bei allem, was man über die Zeit am fehlenden Schalttag philosophieren mag, hat sie eines mit einer uralten Reklame für Beton gemeinsam: Es kommt immer darauf an, was man daraus macht – vor allem aus seiner Zeit. Im Sinne von Carpe Diem also: Nutze den Tag, nutze deine Zeit. Denn die läuft unweigerlich ab. Zumindest in dieser Welt.

Momentaufnahmen, kurze Episoden in den Medien, flüchtige Eindrücke – und alles rauscht einfach vorbei? „Auch das noch“ zeigt die Skripte (leicht überarbeiteter) Rundfunkbeiträge aus dem öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk. Manche wurden sogar speziell für Heaven On Air geschrieben. Frei nach dem Motto: einfach mal einen Moment innehalten. Geburtstag am Schalttag 29. Februar – und was jetzt? (Gedanken am 28. Februar)

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