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Todestag Dietrich Bonhoeffer (9. April)

An seinem Geburtstag, den 4. Februar, haben wir bereits an ihn erinnert. Heute tun wir es noch einmal. Denn heute, am 9. April, jährt sich der Todestag von Dietrich Bonhoeffer. Und dieser Mann ist so wichtig, so vorbildlich, dass wir es für notwendig halten, ihn hier noch einmal zu erwähnen.

Kurz vor Kriegsende
Springen wir zurück in das Jahr 1945. Nur noch wenige Tage, dann

hat das Leiden des Krieges ein Ende. Das Leiden und das unsinnige Blutvergießen. Dass das Ende des Krieges im April 1945 unmittelbar bevorsteht, ist für jeden ersichtlich. Dass er mit einer Niederlage Deutschlands enden wird, auch. Seit Ende Februar stehen die Amerikaner am Rhein. Zu diesem Zeitpunkt sind die letzten deutschen Offensivreserven verbraucht – so verniedlicht der Militärjargon den Tod von Menschen. Längst ist der Volkssturm mobilisiert, längst stehen Kinder an den Panzerfäusten. Gibt es wirklich noch jemanden, der glaubt, mit diesem zusammengewürfelten, schlecht ausgebildeten Haufen dem Krieg eine Wendung geben zu können? Wohl kaum. Längst ist alles nur noch eine Frage der Zeit. Und des unsinnigen Blutvergießens.

Bonhoeffers Wirken
Für den evangelischen Pfarrer Dietrich Bonhoeffer kommt das Kriegsende zu spät: Am 09. April 1945 wird er im Konzentrationslager Flossenbürg erhängt. Wegen Wehrkraftzersetzung war er inhaftiert worden – die Quittung dafür, dass er bereits seit Beginn der Machtübernahme Hitlers gegen das neue Regime gepredigt hatte. Dass es mit diesem Regime Krieg geben würde – davon war Bonhoeffer von Anfang an überzeugt. Dass die Botschaft Jesu von einer friedlichen Welt im Gegensatz zur Politik der Nazis standen, war für ihn, den Pfarrer, unübersehbar. Bei Bonhoeffer klingt das dann so: „Der Staat, der die christliche Verkündigung gefährdet, verneint sich selbst!“ Ein Wort, über das man auch heute nachdenken kann. In Finkenwalde schloss der NS-Staat das Predigerseminar, also die Ausbildungsstätte für evangelische Pfarrer. Bonhoeffer führte die Ausbildung weiter. Illegal. 1940 erhält

er ein staatliches Redeverbot, ein Jahr später folgt auch ein Schreibverbot. Meinungen unterdrücken, Haltungen systematisch mit Repressalien belegen – so reagieren autoritäre Systeme. Damals, davor und noch heute.
Als ihm der Staat einen Maulkorb verpasst, ihn und seine Meinung mundtot machen will, weiß Bonhoeffer genau: Es wird nicht mehr lange dauern, dann wird die Staatsmacht ihn festsetzen… und notfalls mit Gewalt zum Schweigen bringen.

Von guten Mächten: Haft, Verurteilung und Hinrichtung
Noch aus der Haft verfasst er Ende 1944 einen Weihnachtsgruß an seine Familie, trotz seiner hoffnungslosen Situation eine hoffnungsvolle, optimistische Botschaft. Ein Gedicht, das sein ganzes Vertrauen auf Gott zum Ausdruck bringt. Ein Text, den wir bereits anlässlich seines Geburtstags zitierten:

„Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.“

Das neue Jahr hat Dietrich Bonhoeffer noch erlebt. Ein paar Monate später, am 9. April 1945, muss er nackt zum Galgen gehen, verabschiedet sich von seinen Mitgefangenen und betet kurz. Dann bringt ihn die Staatsgewalt zwar zum Schweigen – aber seine Botschaft vom Kampf gegen Ungerechtigkeit durch Zivilcourage und passiven Widerstand lebt bis heute weiter. Aus gutem Grund herrscht in den evangelischen Kirchen bis heute die Praxis, mit Bonhoeffers letztem Gruß im Konfirmandenunterricht an diesen aufrechten Mann zu erinnern.

Momentaufnahmen, kurze Episoden in den Medien, flüchtige Eindrücke – und alles rauscht einfach vorbei? „Auch das noch“ zeigt die Skripte (leicht überarbeiteter) Rundfunkbeiträge aus dem öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk. Manche wurden sogar speziell für Heaven On Air geschrieben. Frei nach dem Motto: einfach mal einen Moment innehalten.

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