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Birgit Kelle – einen neuen Feminismus braucht das Land

Kameras sind unerbittlich. Aber sie zeigen nur das, was „vor den Kulissen“ passiert. Was er mit seinen Gästen „hinter den Kulissen“ und „abseits der Kameras“ erlebt hat, erzählt Moderator Klaus Depta hier. Zum Beispiel mit

Birgit Kelle – einen neuen Feminismus braucht das Land

Stark und Frau? Ja klar!

Ja, ja, der Satz ist uralt und er stammt von der Musikerin Ina Deter: Neue Männer braucht das Land. Birgit Kelle würde ihn vermutlich sofort unterschreiben, wenn er hieße: Neue Frauen braucht das Land. Denn genau davon ist diese Frau überzeugt: dass es in unserem Land, in unserer Gesellschaft einen neuen Feminismus braucht. Der alte Feminismus hat ihrer Meinung nach ausgedient. Mit Frauen, die sich selbst gern in der Opferrolle sehen, hat diese Frau nichts im Sinn. Taff ist Birgit Kelle. Und eloquent, freundlich, im persönlichen Umgang sehr sympathisch. Eine, der man gerne zuhört. Und die genau weiß, was sie will. Nichts anderes als unsere Gesellschaft, vor allem das Frauenbild in unserer Gesellschaft zu verändern. Um daran zu arbeiten, nimmt sie kein Blatt vor den Mund. Klipp und klar zu sagen, was sie denkt – das hat sie gelernt. Und über Jahre immer wieder getan. Sei es als Mitbegründerin und Chefredakteurin der christlichen Monatszeitung „VERS1“, sei es beim Portal „The European“, wo ihre Rubrik „Volle Kelle“ für Furore sorgte, sei es in den verschiedensten Publikationen. Die Schwerpunkte ihrer journalistischen und publizistischen Tätigkeit: Eine Idee von Familie unter das Volk zu bringen, die manch einen zusammenzucken lässt.

Gegen den Zwang zu Familie UND Karriere/h5>Vereinfacht gesagt fragt Kelle: Warum eigentlich muss „frau“ immer den Spagat zwischen Karriere und Kindern schultern? Warum darf sich „frau“ nicht auch dafür entscheiden, ganz traditionell für die Familie da zu sein, ohne nach einer Karriere in irgendeinem Beruf zu streben? Denjenigen, die sofort aufschreien, es handele sich um ein antiquiertes Rollenklischee: Genau das wäre es, wenn es für Frauen erzwungen würde, quasi zur gesellschaftlichen Norm erhoben würde. Bei Birgit Kelle gilt das Gegenteil: Wenn Frauen sich nicht dafür entscheiden dürfen, einem traditionellen Familienbild nachzugehen, ist genau das eine Einschränkung ihrer Freiheit. Frau darf sich frei entscheiden – auch dann, wenn viele in der Gesellschaft diese Entscheidung mit dem Zwang für ein bestimmtes Rollenklischee halten. Gar nicht so einfach. Oder wie Kritiker sagen: Es handelt sich um den Versuch, eine konservative Haltung zum Neuen, zum Modernen zu erklären. Birgit Kelle würde wohl antworten: Etwas abzulehnen, nur weil es als konservativ gilt, geht an der Realität vorbei. Und: Auch das freiwillig gewählte Leben als „Nur-Hausfrau“ sollte gesellschaftlich viel mehr anerkannt, viel höher wertgeschätzt werden.
Ein Aufschrei gegen den Gleichheitswahn

Mit ihrem Buch „Dann mach doch die Bluse zu. Ein Aufschrei gegen den Gleichheitswahn“ tritt Birgit Kelle schon 2013 für eine ruhigere Grundhaltung in Sachen

Sexismus ein. Frei nach dem Motto: Nicht alles, was manche Frauen als sexistisch beschreiben, ist auch sexistisch. Eine These, für die die vierfache Mutter in der Folge Applaus von Männern und Frauen erhält – aber auch heftig Prügel, und das zum Teil deutlich unterhalb der Gürtellinie.
Und noch einmal: stark und Frau! Ja klar!

Eins ist sicher richtig: Diese Frau ist ganz sicher kein Opfer, keine, die sich in ein Schneckenhaus verkriecht, wenn sie auf Widerstand stößt. Im Gegenteil: Fast scheint es so, als bestärkte Widerstand Birgit Kelle in ihrer Lebenshaltung. Eine ganz starke Persönlichkeit, die selbst kurz vor Beginn unserer „Talk am Dom“-Veranstaltung kein bisschen nervös wirkt. Sondern souverän, selbstbestimmt und trotz des schwierigen Themas durchaus unterhaltend. Eine, die deutlich zeigt, dass eine Frau, die sich zu einem Leben für die Familie bekennt, alles andere ist als ein Heimchen am Herd. Eine Frau, die klug, witzig und gebildet ist und die auf ihre Art und Weise dazu beitragen möchte, dass Frauen ernstgenommen werden – erst recht, wenn sie ihr Lebensglück darin sehen, Hausfrau und Mutter zu sein.

Eine Frau, deren Thesen provozieren mögen. Aber wer das nicht aushält und sie deshalb am liebsten mundtot machen möchte, der macht in Wahrheit sich selbst zum Verlierer.

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