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Kerstin Burkard – Freiwillige Feuerwehr Kalbach-Uttrichshausen, Kinder- und Jugendarbeit

Kameras sind unerbittlich. Aber sie zeigen nur das, was „vor den Kulissen“ passiert. Was er mit seinen Gästen „hinter den Kulissen“ und „abseits der Kameras“ erlebt hat, erzählt Moderator Klaus Depta hier. Zum Beispiel mit

Kerstin Burkard – Freiwillige Feuerwehr Kalbach-Uttrichshausen, Kinder- und Jugendarbeit
Uttrichshausen, Ortsteil von Kalbach, einer Gemeinde südlich von Fulda. Mitten durch den Ort zieht sich eine auf Stelzen gelegte Brücke der Bundesautobahn 7. Sie teilt den Ort in zwei Teile. Uttrichshausen liegt knapp 400 Meter über dem Meeresspiegel, die Autobahnbrücke um einiges höher. Hier, in unmittelbarer Nähe zur Rhön, können Witterungsumschwünge auch schon einmal schneller auftreten als anderswo. Bei Eis und Schnee, aber auch bei Starkregen und immer wieder bei unerwarteten Windböen – obwohl man die ja auf jeder Brücke erwarten sollte – hat schon manch einer sein Fahrzeug in die Leitplanken gelenkt. „Lkw kollidiert mit Van“, „Fahranfänger überschlägt sich“, „Stundenlange Vollsperrung“ – das sind einige der Schlagzeilen, die immer wieder in der osthessischen Presse zu finden sind. Gut, wer da seinen Schutzengel an Bord hatte.

Erste Hilfe

Wer das nicht hat, für den ist Kerstin Burkard da. Die ist zwar kein Schutzengel. Aber sie eilt schnellstmöglich herbei, wenn der Schutzengel gerade mal überfordert war und es doch geknallt hat. Sachlich, unaufgeregt und äußerlich anscheinend unberührt berichtet Kerstin Burkard davon, wie sie bei einem entsprechenden Anruf alles stehen und liegen lässt, um Ersthilfe zu leisten. Oftmals ist sie schon startbereit, bevor das Telefon klingelt. Bestimmte Geräusche, die von der Brücke nach unten ins Dorf dringen, sagen schneller als das Telefon, dass Not am Mann ist. Und an der Frau, natürlich.
Die Freiwillige Feuerwehr aus Uttrichshausen ist schneller vor Ort, als die Berufsfeuerwehr, die von Fulda aus anrücken muss. Oft genug aber zählt für einen Verletzten jede Sekunde. Also schaltet Kerstin Burkard kurzerhand das Kochfeld aus – das Mittagessen für die Familie muss dann eben warten. Klaglos tut sie das. Und die Familie zieht

ebenso klaglos mit. Unfallstelle sichern, Verletzte bergen, alles tun, was getan werden muss, um zu retten, was zu retten ist.
Aufgaben

Dazu gehört auch, Opfer, soweit sie ansprechbar sind, zu beruhigen und ihnen Mut zu machen, Angehörige zu trösten, Verwirrte, von einem Schock Betroffene vor weiterem Schaden zu bewahren.
Kerstin Burkard ist tough, ist engagiert. Das muss doch gemacht werden, so ihre Einstellung. Darin würde ihr jeder zustimmen. Viele andere aber würden sagen: Nur nicht von mir. Solch ein Gedanke kommt Kerstin Burkard erst gar nicht in den Sinn. Na klar, sie ist dabei, sie hilft.
Nur als wir im Vorgespräch auch ihre schlimmsten Erfahrungen zu sprechen kommen, weicht sie etwas aus. Wer spricht schon gern über die Schmerzensschreie Verletzter, über die von Schmerzen ausgelösten letzten Bewegungen eines sterbenden Menschen? Ein Rettungssanitäter hat mir einmal gesagt: Den Geruch eines Menschen, der in seinem Fahrzeug verbrannt ist, werde er nie wieder vergessen. Gehört alles dazu. Ist aber nicht das, was Kerstin Burkard erleben möchte. Und auch nichts, worüber sie gern sprechen möchte. Verständlich.

Kindergruppe: Löschzwerge

Stattdessen sprechen wir lieber über das, was an ihrem Engagement mehr Freude macht. Löschzwerge, eine Kindergruppe der Freiwilligen Feuerwehr in Uttrichshausen. Schon 2005 kamen Kerstin Burkard und Kirsten Föller auf die Idee, Kinder spielerisch an die Aufgaben der Feuerwehr heranzuführen. So lernen bereits Kinder ab sechs Jahren alles Wichtige zum Brandschutz, zur Verkehrserziehung und zur Ersten Hilfe. Wetten, dass manch Sechsjähriger aus Uttrichshausen besser weiß, wie man einen Bewusstlosen lagert als manch langjähriger Führerscheinbesitzer? Dass Kenntnisse über die großen roten Autos mit dem Blaulicht und der markanten Sirene nicht zu kurz kommen, versteht sich von selbst, oder? Warum wollen Kinder sonst schon zur Feuerwehr statt einfach Lokomotivführer zu werden? Sie merken schon: Bierernst geht es bei den Löschzwergen nicht zu. Gemeinsame Besichtigungen, Ausflüge und verschiedene Aktivitäten gehören auch zu den regelmäßigen Gruppenstunden.
Für Kerstin Burkard ist das alles selbstverständlich. Zumindest macht sie keinerlei Aufhebens um ihre ehrenamtliche Tätigkeit. „Einer muss es ja schließlich machen.“ Ja, stimmt. Und es gäbe wohl nichts Schlimmeres, als wenn die Werbeplakate für die Feuerwehr eines Tages Wirklichkeit würden: „Stell dir vor, du drückst den Knopf und keiner kommt“, steht da in großen Buchstaben. „Oder man muss warten, bis die Berufsfeuerwehr aus der nächsten größeren Stadt anrückt“, ergänze ich sinngemäß. Bitte nicht!

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