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Bailey, Judy (2) – Sängerin, Komponistin und Musikerin christlicher Popmusik

Kameras sind unerbittlich. Aber sie zeigen nur das, was „vor den Kulissen“ passiert. Was er mit seinen Gästen „hinter den Kulissen“ und „abseits der Kameras“ erlebt hat, erzählt Moderator Klaus Depta hier. Zum Beispiel mit

Bailey, Judy (2) – Sängerin, Komponistin und Musikerin christlicher Popmusik

Was schreibt man über jemanden, über den man bereits geschrieben hat? Diese Frage müsste ich eigentlich bei Judy Bailey stellen. Schließlich war die bereits Gast der ersten „Talk am Dom“-Runde. Und gleichzeitig ist sie der erste Gast, der zum zweiten Mal bei „Talk am Dom“ vor Publikum und Kamera erscheint. Und von mir befragt wird. Als feststeht, dass Judy 2013 beim Hessentag in Kassel ein Konzert in der Elisabethkirche geben wird, ist das „Talk am Dom“-Spezial zum Hessentag ebenso schnell vereinbart. Mit Judy zu reden, ist immer ein Erlebnis. Etwas zu unserem Gespräch beim Hessentag zu schreiben, fällt nicht schwer. Dazu kennen wir uns zu lange.

Judy live: großartige Stimmung

Konzerte mit Judy Bailey sind immer etwas Besonderes. Ich kann mich an kein Konzert erinnern, bei dem nicht nach wenigen Minuten ein Teil des Publikums lauthals mitsang, ein anderer Teil gleich mittanzte. Und oft genug machte der größere Teil des Publikums beides. Bei allem Respekt vor Judys wirklich gelungenen Studioalben – Judy live, das ist noch einmal eine andere Hausnummer. So war ich positiv überrascht, als es 2006 hieß: Judy nimmt ein Live-Album auf. Klasse! Ein paar befreundete Musiker würden mitwirken, Judy würde an zwei (oder waren es sogar drei?) Abenden

hintereinander in ein- und derselben Location ihr Set spielen, begleitet von einem hoffentlich begeisterten Publikum. Ob ich Lust hätte, dabei zu sein Klar, hatte ich. Jimmy Kelly, Metaphysics und Kosho von den Söhnen Mannheims wären mit dabei, Roy Johnson käme, wie so oft zu Konzerten, mal eben aus England eingeflogen. Und stimmlich würde erstmals auch ein Background-Chor dabei sein: Eska Mtungwazi, Tracey Riggen und Judys Mann, Patrick Depuhl würden für mehr Volumen im Gesang sorgen.
Panne bei Surrounded (Live-CD)

Was soll ich sagen? Ein großartiges Konzert, eines, das man sich immer wieder auf CD anhören kann. Alles war bestens geplant, Judy war großartig aufgelegt. Judy at her best, keine Frage. Das Publikum übrigens auch. Das war von Anfang an voll dabei, eben genau so, wie es sich für eine Live-Platte gehört. Eine ungeplante Überraschung gab es zwischendurch aber dann doch: Völlig ungewöhnlich für Konzerte mit Judy Bailey gab es plötzlich eine Pause. Gespräche, Diskussionen zwischen Judy, Patrick und dem Mann am Ton. Dann stand Judy wieder auf der Bühne, erzählte irgendetwas von „Panne“ und dass die letzten zwei Songs wiederholt werden müssten. Was nicht öffentlich werden sollte: Ausgerechnet der Gast, der am nächsten Abend nicht mehr dabei sein konnte, hatte gewaltig „daneben gehauen“. Deshalb mussten ein Song zum Einstieg und danach die beiden Songs mit diesem Gast neu aufgenommen werden. Wer das war, spielt an dieser Stelle keine Rolle. Ein hoch konzentriertes Abhören der CD erübrigt sich. Denn beim zweiten Versuch saß jeder Ton. Noch mal gut gegangen.

Judy live: mitreißende Musik und Verkündigung mit Witz

Wer Judy Bailey für ein Konzert verpflichtet, geht definitiv kein Risiko ein. Patrick klärt im Vorfeld alles Wichtige, hilft auch unerfahrenen Veranstaltern (zum Beispiel Ehrenamtlichen in Kirchengemeinden), dass am Konzertabend alles passt. Für den Rest sorgen Judy und Patrick notfalls selbst. So auch bei den Lese-Lieder-Abenden, die bei den Hessentagen 2013 in Kassel und 2015 in Hofgeismar auf dem Programm standen: Tücher, karibische Accessoires, Kerzen – alles das bringen die beiden für dieses Programm mit. Mit einer Menge Ernsthaftigkeit, mit unglaublicher Lebensfreude und mit viel Spaß geht es darum, einem interessierten Publikum die Personen Judy und Patrick und vor allem ihren Glauben näher zu bringen. Lieder, Texte aus den gemeinsam geschriebenen Büchern, dazu eine gehörige Portion Witz gehören untrennbar zu den beiden Protagonisten. Klar, dass dabei auch die Unterdrückung und Sklaverei der Vorfahren Judys eine wichtige Rolle spielt, Ausbeutung, Unterdrückung, aber auch Befreiung eine wesentliche Rolle spielen. Wenn früher Judy ihr Publikum hauptsächlich auf Englisch ansprach, Patrick sehr, sehr frei und mit gewollter Komik übersetzte und eine „die Erstaunte“ spielende Judy am Ende auf Deutsch verkündete, sie werde wohl demnächst die Ansagen selbst machen, hatte sie die Lacher auf ihrer Seite.

vertauschte Rollen

In Kassel drehte sie den Spieß um: Da erzählte Judy Patricks angebliche Version, wie sie sich kennengelernt hätten: Patrick hätte sie am Strand von Barbados „entdeckt“, wo sie im Baströckchen in einem Stand Kokosnüsse verkaufte. „Seine Version“, so Judy scheinbar empört. Was Patrick natürlich jederzeit bestreitet.
Genug gelesen? Gut so. Denn wichtiger ist es, Judy Bailey und ihre Botschaft zu hören, sie selbst zu erleben, an ihren Konzerten teilzunehmen. So wie die Menschen beim 2013 Hessentag in Kassel, die in der riesigen Elisabethkirche nicht nur saßen, sondern auch dichtgedrängt nebeneinanderstanden. Sie alle werden bezeugen: ein großartiges Konzert, großartig wie alle Konzerte von Judy Bailey. Bestätigen werden das sicherlich auch die, die lange vor der geöffneten Tür standen und immer dann hineindrängten, wenn drinnen jemand einfach nicht mehr stehen konnte und freiwillig seinen Platz räumte.

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