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Karin Uffelmann – Hilfe für Kranke ohne Krankenversicherung

Kameras sind unerbittlich. Aber sie zeigen nur das, was „vor den Kulissen“ passiert. Was er mit seinen Gästen „hinter den Kulissen“ und „abseits der Kameras“ erlebt hat, erzählt Moderator Klaus Depta hier. Zum Beispiel mit

Karin Uffelmann – Hilfe für Kranke ohne Krankenversicherung

Einer meiner größten Albträume: Du schleppst dich in ein Krankenhaus, hast schon den eigenen Kopf unter dem Arm. Und dann kommt als erstes die Frage: „Haben Sie eine Krankenkarte oder Ihre Kreditkarte dabei?“
Während ich an ein Hollywood-Szenario denke, Obama-Care für sinnvoll halte und gar nicht verstehen kann, wie sein Nachfolger diese Wohltat für arme Menschen wieder zurückdrehen konnte, sehe ich Karin Uffelmann an.

Gar nicht so selten: Menschen ohne Krankenversicherung

Eine nachdenkliche, ruhige, sehr souverän wirkende Frau. Eine, die sich, wie es scheint, durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Jetzt aber muss sie doch lachen. Und stimmt mir zu: Bei meinem Albtraum ist tatsächlich eine Menge Hollywood im Spiel. Um aber sogleich wieder ernst zu werden. Und dann erklärt sie mir, der ich mich mit derartigen Dingen bislang nicht beschäftigt habe, wie schnell auch bei uns Menschen durchs Raster fallen. Selbstständig, in eine finanzielle Krise geraten, nur noch das bezahlt, was unbedingt lebensnotwendig war. Und vor allem darauf vertraut, dass man doch in einem Sozialstaat lebt. „Leben wir auch“, sagt Karin Uffelmann. Dennoch kann es passieren, dass Krankenkassen eine Kündigung aussprechen, wenn über einen längeren Zeitraum keine Beiträge eingezahlt werden. Völlig normal. Auch wenn es oft genug alles andere als normale Umstände sind, die dazu führen, dass man in diesem, unserem Land plötzlich ohne Krankenkassenschutz dasteht.

Nicht nur FLüchtlinge

Klar, zuerst denken wir an Menschen, die bei uns keine Krankenversicherung haben. Flüchtlinge zum Beispiel. Auch für die tritt der Staat, treten unsere

Sozialversicherungssysteme ein. Und trotzdem gibt es Situationen, in denen Untersuchungen notwendig sind, die so ohne Weiteres nicht bezahlt werden. Und dann? Die Menschen abweisen? Menschen, die ohnehin – sei es aufgrund der finanziellen Schieflage eines Selbstständigen, aufgrund von Flucht oder einem gänzlich anderen Szenario – in einer schwierigen Situation stecken? Wer badet das aus? Die Ärzte, die für ihre Patienten pro Monat eine bestimmte Summe von den Krankenkassen bewilligt bekommen. Und die in einer gutgehenden Praxis unter Umständen ab einem bestimmten Datum im Monat kein Geld mehr von den Kassen für ihre Leistungen bekommen?
Wer soll das bezahlen?

Helfen, für Menschen da sein, ohne lange danach zu fragen, wer es zahlt – es gibt solche Ärzte, solche Praxen. Jeder Arzt will für seine Patienten da sein, folgt seinem Berufsethos, jedem, der Hilfe braucht, auch zu helfen. Manche aber fühlen sich diesem Grundsatz eben noch mehr verpflichtet als andere. Eine schwangere Frau aus dem Nahen Osten, unruhig, mit dem Gefühl, dass da irgendetwas mit der Schwangerschaft nicht stimmt. Eine Untersuchung bringt das Ergebnis: alles ok. Sie kann ruhig bleiben, kann der Geburt ohne Sorgen entgegensehen. Eine Untersuchung, die – warum auch immer – in diesem konkreten Fall niemand bezahlt hätte. Aber eine, die der Frau in ihrer psychischen Notlage sehr geholfen hat.

Helfen als Menschenpflicht

Karin Uffelmann bleibt sehr ruhig, klagt nicht an, lobt nicht, ist nicht unnötig emotional, stellt verständlich und sachlich dar: Wo sie mitwirkt, wo sie mithilft, wie sie ein Praxisteam bei seiner Arbeit unterstützt. Für andere Menschen da zu sein – dass das auch ein Akt gelebter Nächstenliebe sei, schwingt mit, auch wenn sie es nicht explizit sagt. Dinge, die für sie selbstverständlich sind, stellt sie nicht besonders heraus. Eine Frau mit Prinzipien. Eine spannende Frau.
Und ein spannendes Vorgespräch. Eines, das dafür sorgt, dass ich mich auf unser Gespräch bei „Talk am Dom“ freue. Bis dahin will ich mich noch ein wenig mehr schlau machen, will mehr erfahren zu dieser Thematik. Und bewundere die Souveränität, die Karin Uffelmann ausstrahlt. Auch wenn sie sagt, dass sie noch nie vor einer Kamera gesprochen hat und da schon ein wenig Unruhe verspürt, verspüre ich: Wer in einer medizinischen Notlage in die Praxis kommt, in der diese sympathische Frau arbeitet, hat von vornherein eine Sorge weniger.

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