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Turner, Tina – Back Where You Started

180 Millionen verkaufte Tonträger, mehr als 250 Millionen Schweizer Franken auf dem Konto: Tina Turner ist die mit Abstand erfolgreichste Sängerin. Seit 2013 ist sie Schweizerin, lebt am Zürichsee in Küstnacht. Im vergangenen November wurde sie 75 Jahre alt – auch wenn es da immer mal wieder Gerüchte gab, Tina habe doch ein paar Jährchen mehr auf ihrem athletischen Körper als man so meint. Die Mutter mit indianischem Blut, der Vater ein begeisterter Baptistenprediger – dass Tina ihre ersten musikalischen Gehversuche im Kirchenchor unternahm, war vorgezeichnet. Viel mehr gab es nicht, damals, in Nutbush, einem kleinen Kaff in Tennessee: Zwei verschiedene Kirchen, ein gepflegter Soldatenfriedhof für Gefallene der Süd- wie der Nordstaatenarmee. Die spießige Langeweile ihrer Kindheit schrieb sich Tina später in dem Hit „Nutbush City Limits“ von der Seele. – Eines ihrer erfolgreichsten Soloalben war „Break Every Rule“ von 1986. Darauf ihr vielleicht rockigster Song der späteren Jahre, ihr von Bryan Adams auf den Leib geschrieben, und doch kein Mega-Hit: „Back Where You Started“. Im Text heißt es:

„Baby, sag mir, was du mir beweisen willst. Du spielst mit meinem Herzen.
Du bist derjenige, der die Regeln gebrochen hat. Ich bin doch kein Narr!
Jetzt willst du mir erzählen, dass alles in Ordnung ist?
Du hättest wissen müssen: Wer einen Freund verletzt, bekommt keine zweite Chance.
Du stehst wieder am Anfang. Du willst dir das nicht eingestehen, bist verstockt.
Du denkst, das geht alles so leicht. Aber es wird schwerer und schwerer und schwerer!“

Tina Turner weiß, wovon sie singt. Wenn ihr Ex-Mann Ike unter Drogen oder Alkoholeinfluss stand, hat er sie oft genug verprügelt, sie vergewaltigt und betrogen, so Tina in ihren Memoiren. Immer wieder bekam Ike eine neue Chance. Zum zweiten, zum zehnten, zum hundertsten Mal. Tina verzieh ihm, versuchte immer wieder, Ehe und Karriere zu retten – bis sie nach einer blutigen Prügelei doch die Scheidung einreichte. Ohne Rückhalt durch ihre Religion hätte sie die schwere Zeit der Demütigung nie verwunden, sagte sie einmal in
einem Interview.
Lange schon sucht und findet sie Halt im Buddhismus. Seit dem Ende ihrer eigentlichen Musikerkarriere veröffentlicht sie Alben, mit denen sie ihr spirituelles Wissen weitergeben will – drei CDs in den letzten fünf Jahren, das letzte davon erst im vergangenen Juli. Darauf enthalten: Gebete aus Buddhismus, Hinduismus und Christentum. Frei nach dem Motto: Ohne Gott geht in diesem Leben gar nichts!
Kuriosum am Rande: Auch wenn die Rocknummer „Back Where You Started“ kein Mega-Hit wurde: Genau für diesen Song gewann Tina Turner 1987 einen Grammy für die beste weibliche Rockdarbietung. Tina Turner und ihr „Back Where You Started“.

 

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