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Capaldi, Lewis – Someone You Loved

Wie dreckig es dir geht, wenn deine Partnerin oder dein Partner Schluss machen – darüber gibt es wahrscheinlich Millionen von Songs. Und etliche Musikstücke handeln auch davon, wie es ist, wenn eine Beziehung durch plötzlichen Tod endet. „Someone You Loved“, die aktuelle Single von Lewis Capaldi, reflektiert beides. Und das ganz bewusst.

Denn während der schottische Sänger an seinem Album „Divinely Uninspired to a Hellish Extent“ arbeitete, starben mehrere Personen aus seinem engsten Familienkreis. Das „höllische Loch“, das bei Lewis als Trauernden durch den Tod geliebter Menschen entstand, hat für ihn große Ähnlichkeit mit der Lücke am Ende einer bis dahin guten Beziehung. So oder so: Wie der nicht ganz 23jährige Musiker seine Gefühle beschreibt, ist herzzerreißende Pop-Poesie:

„Jetzt blutet der Tag in den Nachteinbruch hinein.
Und du bist nicht hier, um mir zu helfen, all das durchzustehen.
Ich gehe unter und diesmal fürchte ich, es gibt niemanden, der mich retten kann.
Dieses Alles oder Nichts Prinzip macht mich wirklich verrückt.
Und ich neige manchmal dazu, meine Augen zu schließen, wenn es weh tut.
Ich habe mich geöffnet und du hast mir den Boden unter den Füßen weggezogen.
Ich habe mich irgendwie daran gewöhnt, jemand zu sein, den du liebst.“

Die Gewissheit, an einer Situation definitiv nichts ändern zu können, ihr hilflos ausgeliefert zu sein – das ist wohl die existentiell stärkste Erfahrung, die ein Mensch machen kann. Um trotzdem die Endgültigkeit von Ereignissen zu überwinden, erfanden die Menschen Gott.


Das behaupten zumindest seit ein paar Jahrhunderten die so genannten Religionskritiker. Ihr Argument: Eben weil in unserem Leben alles endlich ist, alles seine Grenzen hat, genau deshalb erträumen sich Menschen einen Gott, bei dem es keine Grenzen gibt. Bei diesem Gott, in einer jenseitigen Welt, gibt es kein Ende des Lebens, kein Ende der Zeit, kein Leid und auch keine Trauer. Leider alles nur Erfindungen von Menschen, die den Begrenztheiten des Lebens hilflos gegenüberstehen und nach einem Ausweg suchen, so die so genannten Religionskritiker. –
Kann sein, dass sie damit Recht haben. Beweise für ihre Thesen haben sie jedoch nicht. Im Gegensatz dazu erfahren Christen immer wieder, dass es Gott wirklich gibt. Und vor allem: dass bei Gott wirklich alles gut wird. Im Falle von Lewis Capaldi würde das heißen: in einem Leben bei Gott hat die fürchterliche Trauer um einen geliebten Menschen definitiv ein Ende. Lewis Capaldi und Someone You Loved.

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