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Stewart, JC – I Need You To Hate Me

Wer nach Nordirland in die Gegend zwischen Belfast und Derry kommt, sollte unbedingt in dem kleinen Kaff Magherafelt einen Zwischenstopp einlegen und dort ein paar Lebensmittel einkaufen. Und zwar in der alteingesessenen JC Stewart Foodhall. JC Stewart? Richtig, genau wie der Sänger. Was damit zu tun hat, dass dessen Familie den Laden betreibt.

Elternwunsch: Lebensmittelverkäufer

Der ist mittlerweile der vierte Stewart, der auf „John Callum“ – kurz: JC – getauft wurde. Denn die Eltern wollten wohl die Tradition des Lebensmittelladens irgendwie aufrechterhalten. Und JC quasi schon mit der Geburt dazu verdonnern, den Lebensmittelladen gleichen Namens weiterzuführen.

Professional Sadboy

Um den Sänger allerdings tatsächlich einmal im Laden anzutreffen, braucht es schon eine Menge Glück. Denn der steht dann eben doch lieber irgendwo auf der Bühne und gibt seine Songs zum Besten. Zumeist emotionale, traurige Songs. Was JC schnell den Spitznamen „Professional Sadboy“ einbrachte. Einer dieser traurigen Songs: „I Need You To Hate Me“.

„Du sagst, Glück existiert. Aber wo das ist, weißt du nicht genau.
Du weißt noch nicht einmal, wie du fühlst, auch wenn du mir ganz nahe bist.
Du lässt mich im Dunkeln, aber es wird nicht mehr lange so weitergehen.
Ich bin fertig mit dieser Stille, diesen Russisch-Roulette-Romanzen.“

Authentischer Song

Angeblich laufen ja Künstler immer dann zu besonders großer Form auf, wenn sie in ihren Songs etwas aus ihrem eigenen Leben verarbeiten. Das ist

auch bei JC Stewart so. Sein ganz reales Liebes-Aus versuchte er schon in seiner Single „Have You Had Enough Wine?“ zu verarbeiten. Das hat, wie es aussieht, nicht gereicht. Und genau deshalb setzt er seine Trauerarbeit in „I Need You To Hate Me“ fort.
Erstarrung in Gewohnheiten

Seine Freundin und er hätten immer mehr in vertrauten Abläufen festgesteckt, erzählt der soeben 25 Jahre alt gewordene JC Stewart im Interview. Was wohl bedeutet: Wie so oft ist auch diese Beziehung in Gewohnheiten erstarrt. Zuerst schleichend, dann immer offensichtlicher entfernen sich dabei die Partner voneinander. Um aus dieser Sackgasse herauszukommen, habe er irgendwann einmal gesagt: ‚Mir wäre es lieber, wenn du mich hassen würdest, dann hätte ich wenigstens etwas Handfestes, woran ich mich orientieren könnte‘.

Ein Aufschrei, der aufrütteln sollte – der aber für die Beziehung zu spät kam. Lediglich für einen Songtitel hat die Kurzform des Aufschreis gerecht: „I Need You To Hate Me“.

Schwer loszulassen

Vor allem das schleichende Ende der Beziehung hat JC Stewart wohl hart getroffen. Keiner habe einen richtigen Grund gehabt, den Partner zu verlassen. Niemand habe sich schuldig gefühlt. Und dennoch hätten beide gewusst, dass ihre Beziehung am Ende war – eine schwierige Situation. Die viel einfacher wäre, würde man sich hassen. Denn dann könnte man viel leichter voneinander loslassen. Im Song hört sich das so an:

„Du musst mich auf die schlimmste Weise hassen, Baby!
Ja, du musst mich hassen, sag es mir ins Gesicht. Und ich werde gehen!“

Weiterhin guter Kontakt

Doch das Leben ist kein Wunschkonzert. Und vor allem findet es nicht im Konjunktiv statt. Ob er das Leben seiner Freundin ruiniert habe, wurde JC Stewart nach der Veröffentlichung von „Have You Had Enough Wine“ gefragt. Was der Sänger sofort verneinte. Zum Glück verstünden sich seine Ex und er immer noch sehr gut. Aber grundsätzlich mache er sich schon Gedanken darüber, ob er vielleicht einen negativen Einfluss auf einen anderen Menschen habe.

Aufeinander achten

Sich um seine Mitmenschen zu sorgen – ein deutlicher Hinweis des Nordiren, wie man sein Leben leben sollte. Und obwohl seine Beziehung gescheitert ist, obwohl er trauert (oder vielleicht gerade weil?), zeigt er auf, wie man es in Zukunft besser machen kann: sich eben noch mehr um den Partner oder die Partnerin kümmern, seine bzw. ihre Gefühle beobachten und darüber miteinander zu sprechen. Und alles daransetzen, dass die Liebe nicht durch schleichend einsetzende Gewohnheiten erdrückt wird.
JC Stewart und „I Need You To Hate Me“.

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