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Rose, Blake – Lost

Als Straßenmusiker in Australien sammelte Blake Rose lange Zeit Erfahrungen, wie sein Publikum auf Songs reagiert. Anfangs mit Covern von Ed Sheeran, Jason Mraz und Leonard Cohen; dann auch mit eigenen Songs. Den letzten Schliff holte sich Blake an der West Australian Academy of Performing Arts – das Beste, was einem jungen Musiker in Australien heute passieren kann. Mit Erfolg! Denn bereits

Blakes Debütsingle „Hotel Room“ wurde ein Hit. Und „Lost“ steht dem in Sachen Intensität in nichts nach. Denn sehr eindringlich verpackt Blake in diesem Song in Musik und Worte: die innere Leere eines Menschen nach einer Trennung.

„Ich komme spät in der Nacht nach Hause,
aber ich habe niemanden, an den ich mich ankuscheln kann.
Nach Mitternacht nach Hause zu stolpern, dieselben Filme hundertmal zu sehen…“

Nein, das ist nichts. Allein schon bei der Vorstellung läuft es auch dem Zuhörer eiskalt den Rücken hinunter. Dieser Mischung aus Trauer, Einsamkeit und Suche nach einem Ausweg kann man sich kaum entziehen. Trauer darüber, einen Menschen verloren, eine Beziehung beendet zu haben. Erst im Nachhinein wird dem Sänger bewusst, was er da eigentlich aufgegeben hat, wie sehr er die Ex wirklich geliebt hat. Die Quittung: Ihm geht es schlecht. Blake formuliert das allerdings viel poetischer:

„Ich vermisse deinen Geschmack und wünsche mir,
du wärst mit mir zusammen verloren. Jetzt fahre ich mitten im Regen.“

Was da dämmert, ist die Erkenntnis: Diese Beziehung hätte er nie beenden dürfen. Aber noch gibt es eine Lösung. Noch ist alles nicht endgültig verloren. Blake singt:

„Ja, vielleicht tut es nicht weh anzurufen.“

Vielleicht! Was den Gedanken so schwierig macht,

ist der eigene Stolz. Den gilt es zu überwinden. Sich einzugestehen, einen Fehler gemacht zu haben. Und vor allem: Genau das auch dem Menschen gegenüber zuzugeben, den man wohl schwer verletzt hat. Was dann aber noch schwieriger ist: um Vergebung zu bitten. Und von der Entscheidung des anderen abzuhängen: Wird sie mir vergeben? Kann alles wieder gut werden. Oder habe ich so viel zerstört, dass nichts übrig ist, was man reparieren könnte? – Kein leichter Weg, aber der einzig mögliche. Zumindest dann, wenn man jemanden zurückhaben möchte, den man verloren hat. Blake Rose und „Lost“.

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