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Cohen, Leonard – So Long, Marianne

Achtzig Jahre und… kein bisschen laut – das gilt ab Sonntag für den kanadischen Liedermacher Leonard Cohen. Denn er ist und bleibt ein Mann der leisen Töne, aber der eindringlichen. Und zudem jemand, der sich in seinen Texten immer wieder mit religiösen Themen beschäftigt.

Das Gitarrespielen lernte Leonard Cohen schon als Dreizehnjähriger – aber nur, um Mädchen zu beeindrucken. Als Student trat er in einem Debattierclub in Erscheinung und wusste: Schriftsteller wollte er werden. Mit 22 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband. Einige Gedichtbände und Romane später nahm der mittlerweile 34jährige dann endlich Songs auf – wunderschöne Songs. Einer der ersten: Die Ballade von Suzanne…

Einspielung „Suzanne“

Cohen gilt als Songpoet. Platzierungen in Hitlisten haben ihn nie interessiert. Aber trotzdem waren seine Titel auch bei uns erfolgreich. Die bekanntesten: First We Take Manhattan…

Einspielung „First We Take Manhattan“

… und das epische Lover Lover Lover

Einspielung „Lover Lover Lover“

Leonard Cohen stammt aus einer jüdischen Familie, lebte aber zwischenzeitlich in einem buddhistischen Kloster. Dort erlernte die Zen-Meditation, wurde zum Mönch. Auch wenn er seine musikalischen Botschaften immer wieder in typische Mann-Frau-Geschichten verpackt: Für Cohen ist jede Äußerung ein Lobpreis Gottes. Und das nicht nur in Songs, die explizit sagen: Ehre sei dem Herrn. Oder auf Hebräisch: Hallelujah.

Einspielung „Hallelujah“

Eine seiner schönsten Geschichten erzählt von der unglücklichen Liebe zu Marian-ne. Eine Zerreißprobe unterschiedlichster Charaktere, bei denen Cohen eine alte jüdische Vorstellung verarbeitet: In deinem Leben wird es dir so gehen, wie du dich verhältst. Im Songtext heißt es dann: „Ich vergaß, für uns zu den Engeln zu beten. Und jetzt vergessen die Engel, für uns zu beten.“ Zumindest ein Satz zum Nachdenken. Von einem Mann voller Lebensweisheit, der am Sonntag seinen 80. Geburtstag feiert. Leonard Cohen und So Long, Marianne.

 

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