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Osbourne, Ozzy – Mama, I’m Coming Home

Was ist nicht über Ozzy Osbourne schon alles geschrieben worden! Dass er als Klempner und Leichenwäscher arbeitete? Geschenkt. Dass er wegen verschiedener Diebstähle im Knast landete, wo er sich seinen Spitznamen „Ozzy“ auf die Finge tätowierte? Ja doch! Und dass er auf der Bühne einer Fledermaus den Kopf abgebissen hat? Noch mal ja! Allerdings hielt er das Tier, das ein Fan auf die Bühne geworfen hatte, für eine Attrappe. Egal. Für Fans die wichtigste Nachricht: Ozzy Osbourne is back! Zwei Konzerte gibt er demnächst in Deutschland, aber sorry: Alles ausverkauft! Der selbst ernannte Madman, der Prince of Darkness, also der Verrückte, der Fürst der Finsternis. Glaubensgemeinschaften ereifern sich, sobald sein Name fällt, amerikanische TV-Prediger verbrannten öffentlich seine Platten. Und warum das alles? Weil sie die Rolle, die Ozzy spielt, also die Fiktion nicht von der Wirklichkeit unterscheiden können. Ozzy gibt den Proll, keine Frage. Aber in Wirklichkeit ist er ein Suchender, einer, der die Highlights, aber auch die Schattenseiten menschlichen Daseins durchlitten hat. Bestes Beispiel: Sein Song Mama, I’m Coming Home. „Die Zeiten haben sich verändert, die Zeiten sind so fremd. Hier stehe ich nun, aber ich bin nicht derselbe. Du hast mich zum Weinen gebracht, du hast mir Lügen erzählt. Ich kann richtig liegen, kann falsch liegen. Es tut so weh. Es hat so lange gedauert. Mama, ich komme nach Hause!“ Ein bisschen handelt der Song von Ozzys Kampf gegen Alkohol und Drogen – den gewann der Sänger, ist heute clean, treibt Sport, ernährt sich gesund. Dann geht es um Ozzys Beziehung zu Ehefrau Sharon. Die wollte er vor über 20 Jahren im besoffenen Kopf erwürgen. Geschlossene oder Entzug – das war damals die Frage. Wie aber reagiert die Frau, die ihn aus einem Plattenvertrag mit ihrem eigenen Vater herauskaufen musste und anschließend mit ihrem alten Herrn 20 Jahre lang kein Wort mehr sprach? Stärkt ihrem Mann, der sich selbst als frommen Christen outet, den Rücken, hält ihm die Stange. So dass der seine Suche nach Sehnsucht und Geborgenheit, seine Erfahrung von Liebe und Vergebung in einfache Zeilen fassen kann: Mama, ich komme zurück zu dir. Und hier, hier spielt Ozzy Osbourne keine Rolle. Mama, I’m Coming Home.

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