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Der Countdown läuft: nur noch 100 Tage bis Weihnachten (15. September)

Da gibt es kein Wenn und Aber: Der Herbst ist da, läuft längst auf vollen Touren. Ablesen kann ich das an den Rollläden an meinen Fenstern: Weil mein Vermieter bei der letzten Renovierung in den Wärmeschutz investiert hat, hat er gleich auch sämtliche Rollläden mit Motoren ausgestattet und diese dann auch noch vernetzt. Home, smart home, wie liebe ich dich! Seitdem ticken meine Rollläden wie eine automatische Uhr: An ihnen kann ich genau ablesen, dass die Tage kürzer werden. Und mit welcher Geschwindigkeit! Mir kommt es noch

Ablesbar: Die Tage werden kürzer

wie gestern vor, dass das leise Surren der Motoren weit nach 22.00 Uhr zu hören war. Jetzt schließen sich die Rollläden bereits kurz nach Ende der Tagesschau. Abgesehen vom automatischen Wärmeschutz – geschlossene Rollläden halten die Wärme in der Wohnung – auch noch eine nette Spielerei. Eine, die mich gestern Abend auf den Gedanken brachte, zu zählen, wie viele Tage die Rollläden noch jeweils ein bisschen früher herunterfahren. Schätzungsweise 1 bis 1 ½ Minuten pro Tag. So lange, bis sie vermutlich irgendwann gegen 17.00 Uhr geschlossen sein werden.

Dieses Mal die falsche Antwort: 42

Was ich beim Blick in den Kalender so ganz nebenbei festgestellt habe, hat mich erschrocken. Jetzt will ich Sie ja nicht unbedingt stressen. Aber da Sie diesem Text bis zu dieser Stelle gefolgt sind, will ich Ihnen schon die Frage aller Fragen stellen – und ich sage vorher, „42“ ist in diesem Fall nicht die richtige Lösung. Also: Haben Sie schon Ideen für Weihnachtsgeschenke? Schließlich sind es nur noch 100 Tage bis zum Fest. Haben Sie sich schon überlegt, wo Sie feiern und mit wem? Wird ja langsam Zeit, sich Gedanken zu machen. Schließlich gibt es jetzt, wo die Tage mit Riesenschritten kürzer werden, längst wieder Schokolebkuchen, Spekulatius und Dominosteinchen in den Auslagen.

Last-Christmas-freie-Zone

Nicht mehr lange und die Weihnachtsstimmung wird bald auch in Geschäften, Fernsehwerbung und Märkten eingeläutet durch die alljährlichen Dauerbrenner „White Christmas“ und „Jingle Bells“. Gott-sei-Dank ist diese Dauerberieselung in den letzten Jahren etwas weniger geworden. Aber zugegeben: Ich warte nur auf den Tag, an dem mein Lieblingsradiosender sein Programm wieder als „Last-Christmas-freie-Zone“ anpreist. Alles nur noch eine Frage der Zeit. Spätestens dann wird die Frage immer drängender: Was schenke ich meinen Liebsten? Da hilft alles nichts: Der Stress vor Weihnachten ist vorprogrammiert. Und wenn das Fest selbst näher rückt, ist die Lust daran längst vergangen.

Süßer die Kassen nie klingeln

Aber jetzt erst mal durchatmen – es sind doch noch 100 Tage. Und natürlich sind 100 Tage genug Zeit, sich in Ruhe vorzubereiten. Und auch wenn sich der ganze Handel in den nächsten Wochen mehr und mehr auf das Weihnachtsgeschäft einschießt, wenn die Hoffnungen auf ein „süßer die Kassen nie klingeln“ nach Corona die eine oder andere Existenz retten

soll: Treten Sie persönlich ruhig auf die Bremse.
Mittelalter: Fastenzeit auch vor Weihnachten

Im Mittelalter haben sich die Menschen vor Weihnachten sogar sechs Wochen lang ganz bewusst zurückgenommen. Kein Stress, keine Schokolade – die gab’s bei uns im Mittelalter noch gar nicht – und kein Glühwein – sondern 40 Tage Fastenzeit waren angesagt. Zweimal im Jahr machten das die Menschen des Mittelalters – nicht nur vor Ostern, sondern eben auch vor Weihnachten. Das letzte festliche Mahl im Herbst gab es traditionell mit der St. Martinsgans Mitte November. Und dann wurde erst zu Weihnachten selbst wieder ordentlich gegessen. Das nenne ich mal eine tiefgreifende Vorbereitung auf Weihnachten. In Kirchendeutsch übrigens Advent.

Gelassen auf Weihnachten vorbereiten

Ganz so müssen wir uns heute natürlich nicht zurücknehmen – aber vielleicht kann man sich auch heute noch eine Scheibe von dieser Einstellung abschneiden. Wie wäre es damit, sich dieses Jahr tatsächlich ganz bewusst auf Weihnachten vorzubereiten? Etwa so wie auf einen lieben Gast, der uns besuchen kommt. Mit all der Vorfreude, die eine solche Begegnung mit sich bringt. Und um das schlechte Gewissen zu entlasten: Es ist natürlich nichts gegen Schokolebkuchen einzuwenden. Aber vielleicht sollten Sie jetzt nicht schon zu viele davon verputzen, denn so erhalten sie sich doch die Vorfreude auf das Weihnachtsfest mit Ihren Liebsten. Und Sie wissen ja: Es sind immerhin noch 100 Tage.

Checkliste

Was die Geschenke anbelangt: Warten Sie nicht bis zum Schluss. Sobald Sie in Panik verfallen – etwa: Nur noch zwei Tage und ich habe immer noch nicht alle Geschenke!!! – , blockiert ihre Denkzentrale. Legen Sie sich jetzt eine Checkliste an, auf der alle Personen stehen, denen Sie etwas schenken möchten. Wenn Sie dort ab und an einmal draufschauen, liefert ihnen ihr Hirn in den meisten Fällen wie von selbst eine passende Lösung. Denn reichlich zu schenken ist vor allem in diesem Jahr, wo Sie Existenzen retten können, ganz sicher – wie würde „Uns Ängie sagen? – alternativlos. Also: keine Panik! Es ist Zeit genug.

Wobei ich soeben ein schlechtes Gewissen bekomme: Könnte es sein, dass ich durch meinen Text bei Ihnen schon 100 Tage vor Weihnachten das erste Herzrasen auslöse? Sorry, das wollte ich nicht. Aber es ist auch nicht ganz so tragisch. Denn noch haben Sie ja wirklich satte 100 Tage Zeit!

Momentaufnahmen, kurze Episoden in den Medien, flüchtige Eindrücke – und alles rauscht einfach vorbei? „Auch das noch“ zeigt die Skripte (leicht überarbeiteter) Rundfunkbeiträge aus dem öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk. Manche wurden sogar speziell für Heaven On Air geschrieben. Frei nach dem Motto: einfach mal einen Moment innehalten.

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