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Benjamin Franklin, Erfinder des Blitzableiters… und ich (15. Juni)

Lang ist es her, aber ich erinnere mich noch genau: Im Geschichtsunterricht versuchte unsere Lehrerin fast schon verzweifelt, uns die Gründerväter der Vereinigten Staaten von Amerika einzubläuen. Und natürlich kamen wir an Benjamin Franklin nicht vorbei: Sohn eines Kerzenmachers, erster Präsident der Gesellschaft gegen die Sklaverei, Unterzeichner der Verfassung. Und dann tot. Zack. Als letzte Amtshandlung gerade noch die Verfassung unterschrieben und dann gestorben.

Der Lebenszweck war erreicht – warum dann noch weiterleben? Eine heftige Zuspitzung, die uns helfen sollte, leichter die Fakten zu merken. Na gut, hat funktioniert. Irgendwie.

Erfinder des Blitzableiters

Unvergesslich wurde Franklin aber für mich, als ich später entdeckte: Dieser Mann hat den Blitzableiter erfunden. Am 15. Juni war das, und zwar bereits 1752. Also auf den Tag genau heute vor 269 Jahren. Keine Sorge, den heutigen Geburtstag des Blitzableiters muss man nicht feiern. Aber trotzdem möchte ich seinen Erfinder erinnern.
Tja, das war noch ein Präsident, der unglaublich nah dran war am normalen Leben. Kein studierter Politologe, keiner aus einem wie auch immer gearteten Öffentlichen Dienst, kein Manager, sondern ein Mann aus dem Volk. Einer, der so nebenbei in seiner Werkstatt vor sich hin tüftelte – zumindest stelle ich mir das so vor. Wäre er zum Beispiel Hufschmied oder Farner gewesen, hätte das für mich auch nichts geändert. Wobei die Wahrheit ist: Ein ganz so einfacher Mann war denn auch Franklin nicht. Er war Drucker, Verleger und Schriftsteller, aber auch Naturwissenschaftler und Erfinder. Na ja, und eben auch ein Politiker. Ausschließlich wegen letzteren Berufs landete er auf der 100 Dollar-Banknote.

Zurück zu den Blitzableitern: Die sind mittlerweile gewaltig aus der Mode gekommen. Als vor geraumer Zeit mein Vermieter das Dach neu decken ließ, riet ihm sein Dachdecker, – Mode hin, Mode her – trotzdem einen Blitzableiter aufs Dach montieren zu lassen. Angesichts der heftigen Gewitter, die seitdem über das Haus hinwegzogen, bin ich froh darüber. Selbst wenn ein Blitz über den Blitzableiter einschlägt, wird es wohl noch einen gewaltigen Rumms geben. Wahrscheinlich sind dann auch ein paar elektronische Geräte beschädigt. Aber zumindest dürfte die ganze Bude nicht mir nichts, dir nichts abbrennen. Weil eben die meiste Energie des Blitzes in das Erdreich abgeleitet wird. Hat zumindest der Dachdecker meinem Vermieter erklärt. Hoffen wir mal, dass er recht hat. Und dass ein Blitz, der ausgerechnet unser Haus als Ort zum Einschlagen auserkiesen sollte, das bitte schön genauso sieht.

Umgang mit Menschen

Ansonsten hat das Wort Blitzableiter für mich längst eine andere Bedeutung: Wenn Lehrer ihre Launen an Schülern auslassen, Vorgesetzte an Mitarbeitern, Starke an Schwachen – dann werden Menschen oft zu Blitzableitern degradiert. Irgendetwas ist passiert – und dann müssen die da unten das ausbaden, was da unvermittelt von oben kommt. Und meistens sind die, die nach unten treten, dann auch noch die, die am meisten nach oben lecken. Oder kriechen. Je nachdem, welches unappetitliche Bild

Ihnen nun gerade lieber ist. Wie auch immer: Fair und gerecht gehen in jedem Fall anders!

Wobei mir gerade der Gedanke kommt: Menschen, die sich selbst immer wieder auf den Thron heben, sich ihre Welt selbst erschaffen und die eigentliche Realität verweigern, die lügen und betrügen, wie wild um sich schlagen, andere runterputzen und mit dreisten Vorwürfen überziehen, sind in Wirklichkeit gar nicht mit einem Blitz zu vergleichen. In Wirklichkeit sind diese Menschen unglaublich arm dran. Irgendwie krank. Und bedauernswert. Genauso bedauernswert wie ihre ständig wechselnden Opfer. Aber vielleicht muss ich über diesen Gedanken selbst noch einmal nachdenken. So ganz zu Ende gedacht scheint er mir noch nicht zu sein.

Missbrauch als Blitzableiter

Lieber zurück zu Benjamin Franklin: So sehr ich hoffe, dass der von Franklin erfundene Blitzableiter, dessen Nachfahre irgendwo zwischen den Dachziegeln über meinem Kopf sein Dasein fristet, niemals zum Einsatz kommen wird, genauso hoffe ich, dass ich Menschen in meiner Umgebung niemals als Blitzableiter missbrauche. An plötzlich aufziehenden, heftigen Unwettern kann ich zwar auch nichts ändern. Aber an mir kann ich arbeiten. Jeden Tag aufs Neue.

Momentaufnahmen, kurze Episoden in den Medien, flüchtige Eindrücke – und alles rauscht einfach vorbei? „Auch das noch“ zeigt die Skripte (leicht überarbeiteter) Rundfunkbeiträge aus dem öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk. Manche wurden sogar speziell für Heaven On Air geschrieben. Frei nach dem Motto: einfach mal einen Moment innehalten.

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