Drücken Sie Enter, um das Ergebnis zu sehen oder Esc um abzubrechen.

Swift, Taylor – Willow

Zwei Millionen verkaufte Exemplare in zwei Wochen; Single und Album sofort auf Eins in den US-amerikanischen Billboard-Charts; und in kürzester Zeit alle 16 Songs des Albums in den Top 200 – Taylor Swift und ihr Album „Folklore“ haben im letzten Sommer für Rekorde gesorgt. Entspannt zurückgelehnt hat sich die Musikerin allerdings nicht. Schon fünf Monate später

überraschte sie ihre Fans mit „Evermore“, einem Schwesteralbum, wie es vielsagend heißt. Eines, das mit dem nachdenklich stimmenden Vorgänger eng verwandt sei. Passend bietet die erste Single „Willow“ viel Raum für Interpretationen:

„Ich bin wie Wasser in der Nacht, in der dein Schiff einlief:
Hart an der Oberfläche! Aber du schneidest hinein wie ein Messer.
Wenn das eine Geschichte mit einem offenen Ausgang gewesen wäre,
hätte ich ihn von deinem Gesichtsausdruck nicht ablesen können.
Verloren in deiner Anziehung wie bei köstlichem Wein –
das Leben war wie eine Weide und es hat mich zu dir hin geweht.“

Die Liebesgeschichte, um die es hier geht, ist im dazugehörigen Videoclip wirklich fesselnd. Weil Swift am Ende mit Tänzer Taeok Lee Hand in Hand im Wald verschwindet, klingeln für Fans bereits die Hochzeitsglocken. Wichtiger aber der erste Teil des Clips: Da steckt Taylor Swift in einem Glaskasten, dem sie erst einmal nicht entkommen kann. Ein Ausdruck dafür, was der Starrummel mit der Künstlerin macht: sie fühlt sich

zur Schau gestellt, gefangen, von der Außenwelt isoliert, nicht in der Lage, dem ganzen Theater zu entkommen. Wirkliche Nähe zu anderen, zu Fans, ist eine Illusion – denn die Glaswände bilden im Clip eine unüberwindliche Barriere.

Wir neigen dazu, nicht nur Stars, sondern auch Menschen in unserem Umfeld in Schubladen, in Glaskästen zu stecken. Einmal drin, für immer von unseren Vorstellungen gefangen. Und oft klammern wir uns an die Zerrbilder, die wir uns von Anderen machen. Ein bisschen mehr Respekt, etwas mehr Akzeptanz und vor allem Distanz könnten befreien. Im wahrsten Sinn des Wortes. Taylor Swift und „Willow“.

Kommentare

Hinterlassen Sie ein Kommentar