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Freitag, der 13.: Jetzt bloß kein Risiko eingehen (13. August)

Haben Sie heute etwas vor? Müssen Sie heute irgendwohin? Wenn ja, dann seien Sie bloß vorsichtig. Oder bleiben Sie besser zu Haus! Denn heute ist Freitag, der 13. Der Unglückstag schlechthin. Schließlich waren Jesus und seine zwölf Apostel zusammen… genau: 13! Und einer, Jesus, musste sterben! Bismarck wird nachgesagt, dass er aus Angst vor Freitag, dem 13., an solch einem Tag niemals Verträge unterschrieb. Dann muss ja wohl was dran sein! Und es gibt gute Gründe, warum es in US-

Keine 13. Hoteletage

amerikanischen Hotels keine 13. Etage gibt. Warum es kein Zimmer mit der Nummer 13 gibt. Warum in Flugzeugen auf die Sitzreihe zwölf sofort die Sitzreihe 14 folgt. Oder würden Sie in Sitzreihe 13, vielleicht sogar auf Platz 13 sitzen wollen? Nur mal zum Spaß: Versuchen Sie mal bei der Deutschen Bahn einen ICE-Sitzplatz in Wagen 13 zu buchen…

Und vergessen Sie nicht: Jesus wurde an einem Freitag gekreuzigt! Und als 1929 der große Börsenkrach die Welt in ein Chaos stürzte, war es bei uns mittlerweile Freitag! Zwei Jahre vorher hatte es an den deutschen Börsen bereits einen Crash gegeben – an einem Freitag, den 13. Und, noch gar nicht so lange her: Die Havarie des Kreuzfahrtschiffes Costa geschah am 13. Januar 2012 – ebenfalls ein Freitag! Und um ein letztes Beispiel anzufügen: Es gibt sogar Hotels, die Ihnen einen 14. Platz eindecken, wenn Sie für insgesamt 13 Personen buchen. Die setzen dann eine

Schlimme Freitage, böse 13

Puppe oder ähnliches auf diesen Platz – auch wenn Sie an einem anderen Tag als Freitag, den 13., dort etwas zu feiern haben. Sie sehen: Die Gefahren speziell an einem Freitag, den 13., sind allseits bekannt.
Denken Sie nur an „Houston, wir haben da ein Problem!“ Na? Apollo 13!!! Dreizehn! Hätten die Amis mal das Ding Apollo 12b genannt! Und wann passierte das Unglück? Am 11. April 1970 startete die Rakete, knapp 56 Stunden später geraten Jim Lovell, Jack Swigert und Fred Haise gewaltig in Schweiß… War das noch am 13. April? Dazu müsste man einmal nachsehen, um wieviel Uhr die Rakete startete.

Halten Sie es noch aus? Oder drehen Sie schon am Rad? Tja, hätten Sie bloß gestern schon dran gedacht. Dann hätten Sie für heute noch schnell einen Urlaubsantrag einreichen bleiben können. So müssen Sie halt blaumachen. Also: sms schicken, „bin krank“, die Decke über den Kopf ziehen und am besten das Bett heute nicht verlassen. Und dann: Bleiben Sie mucksmäuschenstill – damit das Schicksal sie erst gar nicht bemerkt. Denn an einem Freitag, den 13 – da sind schon Leute die Treppe heruntergefallen, die üblicherweise jeden Weg fliegen! Oder schwimmen!

Weit verbreitet

Mit ihrer Paraskavedekatriaphobie stehen Sie übrigens nicht allein da. Paraskavedekatriaphobie? Ja, die Angst vor Freitag, dem 13., ist so weit verbreitet, dass es sogar ein Fachwort dafür gibt. Wobei es Ihnen mit dieser Angst in diesem Jahr ja sogar noch gut geht. 2015 war das anders. Da fiel Freitag, der 13. in den Februar – und weil der, außer in einem Schaltjahr, genau 28 Tage und damit exakt vier Wochen hat, gab es auch im März einen Freitag, den 13. Falls Sie noch die Kraft dazu haben, denken Sie bitte auch noch an den 13. November 2015. Der dritte Unglückstag in einem Jahr! Rekord! Normalerweise kommt dieser Tag nur ein einziges Mal im Jahr vor, Gott sei Dank. Na ja, ziemlich selten zweimal. Aber dreimal… Das passiert wirklich nur alle Jubeljahre. Vielleicht aber an dieser Stelle eine kleine Faustregel: Wenn ein Monat mit einem Sonntag beginnt, können Sie ja schon einmal mittelfristig planen. Denn dann ist der 13. Tag dieses Monats garantiert ein Freitag.

Niederlande 4, Frankreich 1

In Frankreich und den Niederlanden ist die Angst vor Freitag, dem 13., angeblich nicht so verbreitet wie bei uns. Als beide 2008 bei der Fußballeuropameisterschaft in der Schweiz aufeinandertrafen, wackelten in den holländischen Wohnwagen alle Tulpen. So heftig wurden die Baguettes zerrupft. 4:1! Seitdem wollten die Franzosen angeblich lange nicht mehr an einem Freitag, den 13., beim Fußball antreten. Was ich übrigens für eine „Urban Legend halte. Aber warten wir mal ab, wie die Bayern oder die Gladbacher sich heute Abend äußern werden…

Wie dämlich ist das Schicksal?

Um ehrlich zu sein: Ja, ich mache mich über diesen Aberglauben lustig. Nur mal angenommen das Schicksal besäße die Macht, tatsächlich gezielt in ihr Leben

einzugreifen: Meinen Sie wirklich, es wäre gleichzeitig so dämlich und würde nicht merken, dass Sie auf dem Sitzplatz 12b sitzen, wenn neben Ihnen die einzigen Plätze die mit den Ordnungszahlen 12 und 14 sind? Und es ließe sich täuschen, wenn in einem Hotel nach der Etage 12 die 14 folgt? Hallo? Glauben Sie ernsthaft, dass eine Macht, die angeblich ihr Leben beeinflussen kann, auf derartige Taschenspielertricks hereinfällt? Wenn das Schicksal wirklich so mächtig ist, dass es bestimmte Konstellationen von Tagen und Daten für die Verbreitung von Unglück nutzen kann, dann wird es doch wohl bis drei zählen können. Oder besser gesagt: Dann weiß es wie jeder Erstklässler, dass nach der 12 die 13 folgt, auch wenn hundertmal eine 14 auf der Eingangstür zur 13. Etage steht. So dämlich kann das Schicksal doch gar nicht sein. Falls aber doch: Dann muss ich auch keine Angst vor ihm haben.
Mehr Unfälle

Allerdings muss ich zugeben: Tatsächlich ließ sich vor ein paar Jahren einmal nachweisen, dass an einem Freitag, den 13., mehr Unfälle passiert waren als an anderen Tagen. Auch dafür gibt es einen passenden Fachausdruck. Der hat aber mit nichts mit dem Schicksal zu tun. Der Begriff „Self-fulfilling Prophecy“ meint, dass allein schon die Prognose über eine mögliche Zukunft entscheidenden Einfluss darauf hat, dass sich diese Prognose auch erfüllt. Aber die Prognose selbst ist die wesentliche Ursache dafür, dass sie in der Zukunft auch eintritt. Also: Nicht das Schicksal, sondern Sie selbst haben es in der Hand, ob etwas Negatives an einem Freitag, den 13., passiert. Und ganz nebenbei: Statistisch passieren an einem Freitag normalerweise weniger Unfälle! Sehen Sie: Vorsicht zahlt sich eben aus!

Self-fulfilling Prophecy

Wer allerdings wegen des heutigen Datums zitternd und zagend in sein Auto steigt, muss sich also nicht wundern, wenn er unsicher fährt und am Ende einen Unfall baut. Wer die Treppe besonders zögerlich hinuntergeht, trägt selbst dazu bei, dass er vielleicht fällt. Zahlen und Wochentage haben nämlich keinen Einfluss auf uns Menschen. Aber wie immer gilt: Es kommt darauf an, was man daraus macht! Und da gibt es wahrlich bessere Dinge, an die man glauben kann, als ausgerechnet Freitag, den 13.

Um übrigens auch das noch schnell aufzuklären: Als sich das Unglück an Bord von Apollo 13 ereignete, stand der US-amerikanische Kalender schon beim 14. April. Und das war ein Dienstag. Eine von vielen Situationen, denen man schnell das anscheinend Mysteriöse nehmen kann.

Glückstag

Also: Vergessen Sie am besten ganz schnell, was Ihnen an Freitag, dem 13., Angst macht. Und manch anderen Aberglauben am besten gleich mit. Denn sonst schaffen Sie möglicherweise so etwas wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Anbieten kann ich Ihnen noch eine Alternative: Machen Sie es wie die Niederländer: Manch einer sah nämlich 2008 das deutliche 4:1 gegen die Franzosen zwar auch als Folge von Freitag, dem 13. Dank des Sieges aber wurde Freitag, der 13., für manche Fans mal eben schnell zu einem Glückstag.

Ich beende diesen Text mit einem Geständnis: Ich bleibe zwar definitiv heute nicht zu Hause, fahre heute aber etwas vorsichtiger als sonst schon. Man weiß ja nie, ob nicht doch abergläubige Verkehrsteilnehmer völlig anders reagieren als sonst…

Momentaufnahmen, kurze Episoden in den Medien, flüchtige Eindrücke – und alles rauscht einfach vorbei? „Auch das noch“ zeigt die Skripte (leicht überarbeiteter) Rundfunkbeiträge aus dem öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk. Manche wurden sogar speziell für Heaven On Air geschrieben. Frei nach dem Motto: einfach mal einen Moment innehalten.

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