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Kinderknast: Wenn es nicht mehr anders geht… (18. August)

Was tun mit Kindern, die kriminell werden? Was tun mit 10 bis 13jährigen, die unkontrollierbar sind? Ab in den „Kinderknast“. So nennen Kritiker ein besonderes Kinderheim im osthessischen Sannerz. „Intensivpädagogische Wohngruppe“ heißt das Ganze im Amtsdeutsch. Das klingt zwar neutraler, vielleicht sogar etwas freundlicher. An dem, was es ist, ändert der Name jedoch nichts. Denn in allererster Linie ist die Einrichtung ein Jugendhilfeprojekt.

Zu jung, um strafmündig zu sein

Dass dieses Jugendhilfeprojekt 2012 ausgerechnet in Sannerz angesiedelt wurde, hat einen guten Grund: Denn hier unterhielt der katholische Salesianer-Orden schon viele Jahre vorher ein gut funktionierendes Jugendhilfeprojekt. Das Ziel des „Kinderknastes“: Kindern ein neues Zuhause geben, die zwar aufgrund ihres geringen Alters zwischen 10 und 13 Jahren noch nicht strafmündig sind, aber schon straffällig geworden sind. Und das in dermaßen gehäufter Anzahl oder in so schweren Fällen, dass sie sich selbst aus der Gemeinschaft herauskatapultierten. Kinder, bei denen man geneigt ist, ihnen keine Chance mehr auf ein vernünftiges Leben innerhalb der Gesellschaft zuzutrauen.

(Noch) kein Teil der Gesellschaft

Was sie im Detail getan haben, ist für ihre Aufnahme in Sannerz zweitranging. Warum sie es getan haben, im Prinzip auch. Trotzdem ist es hilfreich, ihre Vorgeschichte zu kennen. So kann man besser einen Zugang zu den Kindern finden, sie verstehen und ihnen am ehesten helfen. Denn hier sollen sie einen Weg zurück in die Gesellschaft finden. Oder, wie Kritiker knallhart formulieren: Da sie nie ein Teil der Gesellschaft waren, sollen sie zuerst einmal lernen, was Gesellschaft und Gemeinschaft eigentlich sind. Erst wenn sie davon „eine blasse Ahnung“ haben, können sie vielleicht erkennen, dass es Regeln bedarf, damit das Zusammenleben in einer Gemeinschaft funktioniert.

Lernen, was Gemeinschaft ist

So sollen die Bewohner dieses speziellen Kinderheims beim Sport lernen, mit anderen zusammen erträglich auszukommen. Sollen lernen, auf Gewalt zu verzichten. Und lernen, andere Menschen, deren Leben und Eigentum zu respektieren. Einfach nehmen – dass das nicht geht, haben sie nie gelernt. Keine leichte Aufgabe. Und in der Tat eine „intensivpädagogische Wohngruppe“. Denn dass die Kinder in der Einrichtung wohnen und leben, versteht sich von selbst. Dass sie sie nicht verlassen dürfen, führte zum despektierlichen Begriff „Kinderknast“.
Aus gutem Grund ist die Gruppe also relativ klein, soll die Anzahl von acht Kindern nicht überschreiten. Wäre die Gruppe größer, würden die Kinder ihre eigene Gemeinschaft bilden. Und somit wäre die Chance, die Kinder an ein Leben an

unsere Gesellschaft heranzuführen, deutlich geringer.
Spezialisten vom Salesianer-Orden

Die Betreuer in Sannerz sind Spezialisten, kennen sich mit Jugendlichen bestens aus. Denn der Salesianer-Orden kümmert sich in Lateinamerika und Europa um genau die Kinder, die außerhalb der Gesellschaft gestrandet sind. Seit seiner Gründung im Jahr 1859 ist dies die Hauptaufgabe des Ordens, der von Don Bosco gegründet wurde. Deshalb benennt sich diese Ordensgemeinschaft auch nach dem italienischen Priester Johannes Bosco, heißt also offiziell Salesianer Orden Don Bosco.

Damit Kinder eine Chance haben

Den Kindern im Heim dürfte der Name egal sein. Für die Heimleitung zwar nicht, aber für sie spielt sicherlich eine größere Rolle, dass ihre Schützlinge einen Schulabschluss und anschließend eine Berufsausbildung machen. Wie überall auf der Welt gilt auch für diese Kinder: Nur mit Bildung und Ausbildung ist es möglich, den Teufelskreis, in den man hineingeraten ist, wieder zu verlassen. Das gilt für Kinder, die hier geboren sind, aber auch für Kinder, die mit ihren Eltern als Flüchtlingen in unser Land gekommen sind und besondere Hilfen benötigen, um die Eigenarten unserer Gesellschaft kennenzulernen.
Dass dies ein weiter Weg sein wird, ist allen Beteiligten klar. Aber: „Kein Kind darf verloren gehen“, so die Maxime der Macher vor Ort. Ein gutes Ziel. Eins, für das sich jeder Einsatz lohnt. Damit auch bei uns straffällig gewordene Kinder wieder eine Chance in der Gesellschaft haben.

Momentaufnahmen, kurze Episoden in den Medien, flüchtige Eindrücke – und alles rauscht einfach vorbei? „Auch das noch“ zeigt die Skripte (leicht überarbeiteter) Rundfunkbeiträge aus dem öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk. Manche wurden sogar speziell für Heaven On Air geschrieben. Frei nach dem Motto: einfach mal einen Moment innehalten.

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