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Welpen ertränken? Wenn Lügen Vertrauen zerstören (21. August)

Die schönsten Geschichten schreibt ja bekanntlich das Leben. Zu diesen Geschichten gehört auch eine, die mir meine Nichte über eine Klassenkameradin erzählt hat. Eine Geschichte frei nach dem Motto: Die Tochter will, die Mutter will auf keinen Fall. Am Ende setzt sich die Stärkere durch. Und das ist die Mutter. Haustiere gibt es nicht, hat sie entschieden. Ob so „herrliche Sätze“ wie „Solange du deine Beine unter meinen Tisch stellst…“ gefallen sind, ist unbekannt. Klar ist nur: Die Tochter muss sich fügen. So ist das nun einmal, wenn man 13 Jahre alt ist und bei seiner Mutter lebt.

Welpenrettung

Dass die Mutter-Tochter-Beziehung es tatsächlich bis in den allgemeinen Tratsch von Schülerinnen und Schülern schafft, hat einen einfachen Grund: Ausgerechnet diese 13jährige rettet nämlich ein paar Wochen später einem Hundewelpen das Leben. Wie es der Zufall so will, beobachtet sie am Fluss, der das Städtchen durchzieht, ein Pärchen bei einer schauerlichen Handlung: Das will nämlich gerade ein Hundewelpen ertränken. Kurzerhand überredet die 13jährige die Täter, doch von der grausigen Tat abzulassen und stattdessen ihr den Welpen zu schenken.

Sich die Szenerie bei Mama zu Hause vorzustellen, fällt nicht schwer. Die Tochter vor der Mutter, ein neugeborenes Hundebaby im Arm. Weiches Fell und große Augen! Und mit mindestens ebenso großen Augen schaut die

Tochter ihre Mutter an. Mit großen, bittenden Augen. Und die Mutter, ganz weich vor Rührung, willigt ein: „Natürlich darfst du unter diesen Umständen den Hund behalten!“ Zumindest die Tochter wird sich die Szenerie so oder sehr ähnlich vorgestellt haben.
Die Polizei, dein Freund und Helfer

Zu schön, um wahr zu sein? Genau! Denn die Mutter ist eine energische Frau. Eine, die vielleicht den Braten schon gerochen hat und der Tochter eine Lehre erteilen will. Einen Welpen ertränken wollen? Ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Das findet auch die Polizei, die die Mutter ohne zu zögern einschaltet. Und die die Tochter daraufhin auffordert, das Pärchen, diese Tierquäler, genau zu beschreiben. Mit Verzögerung, Sie ahnen es schon, kommt die Wahrheit ans Licht: dass der Hund in Wirklichkeit das Geschenk eines Bekannten ist, dass die Schülerin die Geschichte vom Ertränken nur erfunden hat, um den Welpen behalten zu können. Oder wie wir Erwachsenen sagen würden: um die Mutter zu übertölpeln.

es ist nichts so fein gesponnen, …

Irgendwie ein dicker Hund! Meine Mutter hatte für solche Situationen einen Spruch parat, den – zugegeben – auch ich schon einmal von ihr zu hören bekam: „Lügen haben kurze Beine!“ Wenn ihr danach zumute war, wurde sie etwas pathetischer und nutzte einen Satz, den schon der alte Theodor Fontane zitierte: „Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen.“ Was nichts anderes heißt als: Irgendwann fliegt jede Lüge auf. Jede! Ausrufezeichen! Eine Lehre, die ich aus meiner frühen Kindheit mitgenommen habe. Mal ganz abgesehen davon, dass ich viel zu dämlich bin, um zu lügen. Wer glaubhaft lügt, muss sich nämlich eine Menge merken können. Und genau das können die wenigsten. Ich auch nicht!
Insofern macht die Geschichte, die mir meine Nichte erzählte, schon nachdenklich. Nachdenklich über vermeintliche Notlügen, über Verhandeln, über Verbieten und über das Vertrauen, das nach einer Lüge zu Bruch gegangen ist. „Fehler kann man verzeihen. Aber fortgesetzte Lügen, um Fehler zu decken, nicht“, sagte meine Nachbarin, als sie ihrem Mann den Laufpass gab. Auch ein Standpunkt, ein nachvollziehbarer sogar.

Erziehungsarbeit

Was die Aktion mit dem Welpen anbelangt: Hoffentlich ziehen Mutter und Tochter die richtigen Schlüsse aus dem Vorfall. Auf die Mutter kommt ganz bestimmt eine Menge Erziehungsarbeit zu. Und die Tochter muss eine Menge investieren, um das beschädigte Vertrauen ihrer Mutter wieder herzustellen. In jedem Fall dürfte es für Mutter und Tochter eine Menge geben, über das die beiden miteinander zu sprechen haben.

Momentaufnahmen, kurze Episoden in den Medien, flüchtige Eindrücke – und alles rauscht einfach vorbei? „Auch das noch“ zeigt die Skripte (leicht überarbeiteter) Rundfunkbeiträge aus dem öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk. Manche wurden sogar speziell für Heaven On Air geschrieben. Frei nach dem Motto: einfach mal einen Moment innehalten.

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