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Springsteen, Bruce – Into The Fire

„Where Have All The Flowers Gone“, „We Shall Overcome“ und „Give Peace A Chance“ – als ein US-amerikanischer Musikblogg vor drei Jahren erklärte, diese alten Hymnen hätten sich überlebt, regierten Leser blitzschnell: Sie nannten Songs, die das Potenzial zu „neuen Hymnen“ hätten. Einer der erst genannten Songs: „Into The Fire“ von Bruce Springsteen. Ein Gast-Blogger von der Yale Universität lobte den Song, allein schon weil er von Springsteens Album „The Rising“ stammte – der ersten musikalischen Verarbeitung der verabscheuungswürdigen Terroranschläge auf die Türme des World Trade Centers und damit auf den amerikanischen Traum von einem freien Leben.

„Into The Fire“ beginnt wie viele Springsteen-Songs: Gerade so, als halte jemand unvermittelt eine Filmkamera auf eine Szene, erfasse die wichtigsten Details und zoome dann weiter. Während die Kamera sichtbare Bildern übermittelt, sind es bei Springsteen die Songtexte, die quasi Kino im Kopf erzeugen, wenn es gleich zu Beginn heißt:

„Der Himmel stürzte blutrot gefärbt auf uns herab. Ich hörte dich rufen.
Dann verschwandest du im Staub. Die Treppen hinauf, hinein ins Feuer!“

Eindrucksvoll setzt Springsteen den Rettungskräften des Terroraktes ein musikalisches Denkmal. Den Menschen, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens versuchten, das Leben anderer zu retten. Und fasst die Emotionen der Beobachter zusammen:

„Möge eure Stärke unsere Stärke sein, möge euer Vertrauen uns Vertrauen bringen
Möge eure Hoffnung uns Hoffnung bringen. Möge eure Liebe und Liebe bringen!“

Natürlich lässt sich diese Passage sehr konkret interpretieren: Die Rettungskräfte vertrauen auf ihre Nation und
ihre Prinzipien, die Hoffnung bezieht sich darauf, durch den Einsatz Leben zu retten. Und die Liebe, die hier angesprochen wird, steht stellvertretend für humanitäres Handeln. – Doch Springsteen, ein frommer Katholik, der nach den Terroranschlägen erst einmal in eine Kirche ging, bringt hier auch seinen christlichen Glauben zum Ausdruck. Und so werden die Worte zu einem Gebet, das die Rettungskräfte zu Heilsbringern im Unheil werden lässt. Und damit auf Gott verweist, der selbst in schlimmsten Situationen Hoffnung aufscheinen lässt. In bestimmten Situationen sorgt der sprichwörtliche Gang durchs Feuer dafür, dass sie sich zum Positiven verändern. So wie der Sagenvogel Phoenix aus seiner Asche wiederersteht. Vielleicht ist deshalb „Into The Fire“ tatsächlich eine Hymne für eine neue Generation: Bruce Springsteen.

 

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