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Springsteen, Bruce – The Ghost of Tom Joad

Fast 4000 Kilometer lang, von Chicago bis nach Los Angeles – das ist die berühmte Route 66. Eine der ersten durchgehenden Straßenverbindungen vom amerikanischen Osten in den Westen. Heute ein Touristenmagnet. In Wirklichkeit aber eine Straße, die viele schlimme Schicksale erlebt hat. Grund genug für Bruce Springsteen, über so ein Schicksal einen Song zu machen: The Ghost of Tom Joad.

Tom Joad, Titelheld von Springsteens Song, stammt genau genommen aus dem Roman “Früchte des Zorns” von John Steinbeck. Ein Buch über die Ungerechtigkeiten in der Welt, eines über Ausbeutung, über Anfeindungen und über den nackten Kampf ums Überleben. Der krasse Gegensatz dazu: Menschen, die immer reicher werden. Der Hintergrund des Romans ist schnell erzählt: In den 1930er Jahren werden Teile der USA von einer entsetzlichen Dürre heimgesucht. Die kleinen Farmer verarmen, werden von Großgrundbesitzern vertrieben. Zu Hunderttausenden wandern sie über die Route 66, bei Steinbeck auch die Familie Joad. Doch statt gut bezahlter Arbeit finden sie Ausbeutung und Hass, landen in einem Auffanglager. Dort wird ein befreundeter Wanderprediger ermordet. Um ihn zu rächen, wird Tom Joad selbst zum Mörder. Nun muss er seine Familie schützen und trennt sich von ihr.

Ein Thema ganz nach Springsteens Geschmack. Denn der setzt sich musikalisch schon immer für Schwächere ein, macht sich zum Sprachrohr derer, die sich selbst nicht helfen können. Als bekennender Katholik sieht Springsteen darin eine Aufgabe. Getreu der christlichen Aufforderung zur Nächstenliebe.
Apropos Religion: Steinbecks Romantitel “Früchte des Zorns” basiert auf einem Bibelvers: “Und der Engel schlug seine Sichel an die Erde, schnitt den Weinstock der Erde und warf ihn in die große Kelter des Zornes Gottes.” Steinbecks “Früchte des Zorns” und Springsteens “Ghost of Tom Joad” appellieren an das Menschliche im Menschen. Dazu gehört, sich gegenseitig zu helfen und füreinander da zu sein. Ein Thema nicht nur zur Weihnachtszeit. Bruce Springsteen, The Ghost of Tom Joad.

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