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Loi & Puentez, David – Golden Summer

„Golden Summer“ von Loi und David Puentez passt hervorragend in diese Jahreszeit: Denn jetzt, wo sich die ersten Anzeichen des Herbstes langsam, aber sicher bemerkbar machen, flammt bereits die Sehnsucht auf – nach Wärme, zauberhaften Sonnenuntergängen am Strand, nach Festivals, durchtanzten Nächten im Freien, Leichtigkeit und Momenten, die man nie vergisst.

Leonie Greiner und Benjamin Beyer

Leonie Greiner aus Mannheim und Benjamin Beyer aus Heilbronn liefern den passenden Soundtrack für dieses Gefühl. Die meisten kennen die beiden unter ihren Bühnennamen: Loi und David Puentez. In ihrem gemeinsamen Song „Golden Summer“ übernimmt, ganz klar, Loi den Gesang. Die passenden Beats und den elektronischen Sound steuert DJ und Producer David Puentez bei. Beides passt perfekt zusammen.

Golden Summer

Und der Text ist auch nicht von schlechten Eltern:

„Wir leben im Hier und Jetzt.
Die Sonne strahlt immer,
denn es ist ein goldener Sommer.
Ja, wir haben so lange gewartet.
Nimm meine Hand und halte sie fest!“

Sehnsucht nach einem paradiesischen Urzustand

Auf den ersten Blick ein ganz normaler Dance-Pop-Track. Aber dann doch einer, der zum Nachdenken anregt. Denn der Song von Loi & David Puentez handelt von der in beinahe allen Menschen schlummernden, tief verborgenen Sehnsucht nach einem paradiesischen Zustand fernab der Sorgen des Alltags. Also einem Leben in unendlichem Glück voller Wärme und Licht. Der „Golden Summer“ ist daher in der spirituellen Tradition vielfach mit ursprünglicher Reinheit und ewigem Licht verknüpft.

Lichtsymbolik in den Weltreligionen

Für Juden, Christen, Muslime, Hindus und Buddhisten, also in allen fünf großen Weltreligionen, gibt es, wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen, dieses unendliche Glück erst in der unmittelbaren Gegenwart Gottes. Das Göttliche aber wird vielfach durch das Licht symbolisiert: So lautet im Islam sogar einer der 99 Gottesnamen, nämlich An-Nur, das Licht Sure 24, Vers 35); das Christentum feiert in seiner Osterliturgie bewusst „Christus das Licht“ (vgl. Joh 8, 12); und auch im Hinduismus gilt Brahman, die unendliche Weltenseele und göttliche Urkraft, als unvergängliches Licht. Etwas anders im Judentum, wo das Licht aber auch die Gegenwart Gottes symbolisiert. Und selbst im Buddhismus, der keinen Schöpfergott kennt, steht das Licht für die Erleuchtung, für das Erwachen und die Überwindung des Leides. In unterschiedlichen Ausprägungen feiern die fünf Weltreligionen das Göttliche symbolisch daher auch mit eigenen „Lichterfesten“.

Loslassen als spirituelle Befreiung

Mehr oder weniger übereinstimmend betonen die fünf großen Religionen die Wichtigkeit loszulassen und im Hier und Jetzt zu leben. Für gläubige Hindus und Buddhisten ist das Leben im Hier und Jetzt der direkte Weg zur Erleuchtung und damit verbunden die Überwindung allen Leides. Sich nicht mehr an menschliche Dinge zu klammern und sich nicht mehr vom eigenen Ego leiten zu lassen, ist Grundvoraussetzung für die Erleuchtung. Nur Erleuchteten ist es möglich, den Kreislauf von Leben und Leiden (sog. Samsara) endgültig zu überwinden und zu einer spirituellen Befreiung zu gelangen.

Loslassen als Zeichen tiefen Gottvertrauens

Für Judentum, Christentum und Islam ist das Loslassen eine bewusste Haltung, in der das Vertrauen zu Gott deutlich wird. Mit dem Abgeben von Kontrolle ist dabei weder Passivität gemeint, noch ist es etwa ein Zeichen von Schwäche oder Resignation. Stattdessen ist es der höchste Ausdruck eines tiefen Glaubens und Gottvertrauens: Zwar ist der Gläubige aufgefordert, sein Bestes zu geben; letztlich aber vertraut er darauf, dass Gott alles zum Guten führt. Die eigenen Vorstellungen und Wünsche treten also vollständig in den Hintergrund.

Sechs-Tage-Woche im Judentum

Besonders deutlich wird dies im Judentum durch die Strukturierung der Zeit, genauer: der Aufteilung der Woche: An sechs Tagen der Woche setzt der gläubige Jude alles daran, seinen Lebensunterhalt zu verdienen und seine Existenz zu sichern. Den siebten Tag übergibt er vertrauensvoll an Gott (Sabbatgebot) (Ex20,8-11), nicht zuletzt weil der Sabbat auch ein Vorgeschmack auf die kommende, ewige Welt ist (Berachot, Blatt 57b): In der kann sich der gläubige Jude nämlich dauerhaft (und nicht nur für 24 Stunden) aus dem Hamsterrad der materiellen Welt ausklinken.

Gottvertrauen in Islam und Christentum

Der Islam fasst dieses Gottvertrauen durch ein pragmatisches Lebensgleichnis zusammen „Binde dein Kamel an und vertraue auf Gott“. (Hadith-Nummer 2517)
Das Christentum betont den göttlichen Willen sogar bis zur eigenen existenziellen Hingabe, so im Vater Unser, wenn es heißt: „Dein Wille geschehe“ (Mt 6,10) – eine Formulierung, die auch der von Todesangst erfüllte Jesus im Garten Getsemani kurz vor seiner Verhaftung (Mt 26,39; Lk 22,42) in einem Gebet äußert – und die bewusst werden lässt, dass das spirituelle Loslassen der schwerste, aber letztlich auch befreiendste Akt des Glaubens ist.

Erleuchtung jenseits der üblichen Realität

In „Golden Summer“ von Loi und David Puentez heißt es entsprechend:

„So jung, aber alt genug, um zu wissen, was ich brauche!
Ich schließe die Augen, mein Kopf ist voller Träume.“

Nahezu intuitiv entsteht hier ein Bewusstsein, dass es jenseits des alltäglichen Lebens etwas Besonderes gibt, das Erfüllung bieten kann – ein, um bei der theologischen Beschreibung zu bleiben, „Erwachen“, das sich nach einer Verbindung sehnt, die weltliche Dinge kaum bieten können.

Suche nach Leichtigkeit

Zwischen den Zeilen geht es in „Golden Summer“ zudem darum, der Kälte und Dunkelheit zu entkommen. Als Metapher betrachtet verbirgt sich auch hier die Suche nach einer „göttlichen Leichtigkeit“, einer spirituellen Heimat, zumindest aber einer Gemeinschaft. Theologen sprechen an dieser Stelle von Um- bzw. Abkehr vom bisherigen Lebenswandel hin zu einer neuen Ausrichtung des persönlichen Lebens und Handelns, theologisch durchaus auch als Erlösung zu bezeichnen.

Sich ent – lasten

Für den, der es weniger theologisch, dafür aber psychologisch mag: Wer Dinge, Erlebnisse oder Ereignisse tatsächlich „hinter sich lassen“ kann, entlastet sich im wahrsten Sinne des Wortes. Er verliert Ängste, wird freier und lebt – wiederum im wahrsten Sinne des Wortes – leichter.

In „Golden Summer“ von Loi und David Puentez klingt genau das sehr einfach und pragmatisch. Loi singt:

„Ich nehme die Überholspur durch die Wolken.
Auf keinen Fall schaue ich nach unten.
Ich sage, es ist nie zu spät. […]

So müde, aber ich kann mich immer wieder aufraffen.
Mein Herz ist schwer, aber es ist nicht so, wie es scheint.
Es eilt nicht, solange ich sagen kann, dass ich daran glaube.“

Kurz gesagt: Wem es gelingt, seine verborgenen Ängste und Unsicherheiten zu entdecken und sich von ihnen zu befreien, wer zudem etwas in seinem Leben findet, von dem er Halt bekommt und auf das hin er sein Leben ausrichtet, hat beste Chancen, ent-lastet und optimistisch seinen Weg zu gehen. Und seinen goldenen Sommer zu finden. Eine starke Botschaft.

Loi und David Puentez – „Golden Summer“

Der bei Radio Salü gesendete Beitrag ist eine Kurzfassung dieses Textes.

Weitere Beiträge der HitStory bei Radio Salü: hier.


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