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Ezra, George – Green Green Grass

Wer reist, wer sich mit Menschen trifft, der erlebt eine Menge. George Ezra kann ein Lied davon singen – und tut das auch. „Green Green Grass“ schildert eine skurrile Situation:

Ausweglose Situation: Überfall

„Nehmt eure Hände hoch. Das ist ein Überfall!
Und niemand hier drinnen wird es lebend hinausschaffen.“

Ein Überfall – das klingt nach Western oder Krimi und wirkt irgendwie surreal. Und auch die folgenden Zeilen klingen nach dem Drehbuch eines Films: Denn natürlich gibt es in der scheinbar ausweglosen Situation am Ende doch noch einen Ausweg:

“Ladet es auf, wenn die Sonne untergeht.
Ein Fluchtwagen für zwei junge Liebende:
Ich und das Mädchen direkt aus der Stadt.
Weg bis über die Hügel hinaus und gut getarnt.“

Alte Notiz wiederentdeckt

Was ungewöhnlich klingt, basiert auf einer genauso ungewöhnlichen, aber realen Geschichte: Üblicherweise schreibt George Ezra Tagebuch. Aus seinen Einträgen entwickelt er später die Ideen für neue Songs. Als jedoch die Corona-Pandemie und die verschiedenen Lockdown-Phasen begannen, sah sich der Sänger vor ein Problem gestellt: Wer wegen des Lockdowns keine Erlebnisse hat, kann auch keine Erlebnisse in sein Tagebuch schreiben. Und schlagartig überkam George die Angst, viel zu wenig Ideen für sein drittes Album „Gold Rush Kid“ zu haben.
Also machte er sich während des Lockdowns ans Aufräumen, sortierte und blätterte dabei auch in alten Zeitschriften. Und entdeckte eine Notiz, die er sich unmittelbar nach seinem Weihnachtsurlaub 2018 gemacht hatte. Und die zur Initialzündung von „Green Green Grass“ wurde:

„Grünes, grünes Gras, blauer, blauer Himmel.
Du schmeißt besser eine Party an dem Tag, an dem ich sterbe.“

Wahrer Hintergrund

Seinen Urlaub hatte George mit ein paar engen Freunden auf der Karibikinsel St. Lucia verbracht. An einer Strandbar genoss die Gruppe das Leben in vollen Zügen, bis plötzlich aus der Ferne Musik erklang. Als George den

Tönen nachging, stieß er auf eine Straßenparty: Menschen, die auf der Straße kochten, leckere Sachen aßen, Musik spielten und insgesamt ziemlich fröhlich waren. Als er nachfragte, was es mit der Party auf sich habe, erhielt er die Antwort: Man feiere drei Leben; drei Menschen, von denen man sich verabschiede. Mit anderen Worten: George war auf eine Beerdigung gestoßen. Eine Situation, die ihn stark berührte. Denn in unserem westlichen Kulturkreis herrscht bei Beerdigungen üblicherweise Trauerstimmung vor. Für Freude ist nach dem Tod eines Menschen kein Platz.
Lieber eine Party angesichts des Todes

„Green Green Grass“ ist ein optimistischer und deshalb betont fröhlicher Song. Denn letztlich handelt er davon, immer das Beste aus seinem Leben zu machen. Auch, vielleicht sogar gerade, wenn das Schlimmste noch bevorzustehen scheint, gilt: Auch in schwierigen Situationen gibt es Momente des Glücks. Wichtig ist, diese zu sehen und zuzugreifen. Statt sich von schlimmen Ereignissen unterkriegen zu lassen, lieber eine Party angesichts des Todes.
Ganz sicher keine leichte Sache. Aber vielleicht eine, die Leid und Schrecken leichter ertragen lässt.
George Ezra und „Green Green Grass“

Der bei Radio Salü gesendete Beitrag ist eine Kurzfassung dieses Textes.

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