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Bon Jovi – (You Want To) Make A Memory

Über die Jungs rund um Sänger Jon Bon Jovi und Gitarrist Richie Sambora ist fast alles gesagt: dass die Band aus New Jersey stammt; dass sie mehr als 150 Millionen Tonträger abgesetzt hat; und dass sie immer wieder Songs macht, in denen es vor religiösen Anspielungen nur so wimmelt. „Living On A Prayer“ ist so ein Song. Und auch in „Lost Highway“ und „Keep The Faith“ gibt es Passagen, die nicht nur das Urvertrauen beschwören, sondern auch den Glauben an eine höhere Macht, an Gott, zumindest andeuten. In „(You Want To) Make A Memory“ ist es nicht ganz so offensichtlich, in welche Richtung der Song zielt. Vordergründig geht es um das Wiedersehen von zwei Menschen, die einmal viel miteinander verbunden hat. Aber kaum kommen sie wieder zusammen, ist es so, als sei die Zeit stehen geblieben.

„Hallo, mal wieder du und ich, sozusagen, so wie es schon immer gewesen ist.
Wir trinken Wein, schlagen die Zeit tot, probieren, die Rätsel des Lebens zu knacken.
Ich habe dieses alte Foto ausgegraben. Schau dir an, wie lange Haare wir hatten.“

Ganz vorsichtig spricht der Songtext eine uralte Menschheitssehnsucht an: Natürlich ist es nicht möglich, die Uhren zurückzudrehen. Aber
wenigstens für einen Moment die Zeit anzuhalten – das wäre großartig. Vor allem dann, wenn man auf diese Weise wunderschöne Momente festhalten könnte. Doch die Realität ist anders: Unbarmherzig läuft die Zeit weiter. Unaufhaltsam tickt die Uhr des Lebens voran. Und nähert sich mit jeder abgelaufenen Minuten ein bisschen mehr dem eigenen Tod. Mit

„Willst du eine Erinnerung schaffen? Willst du ein Stück Zeit stehlen“

fragt der Song und spielt so auf die Sehnsucht nach einem Leben an, in dem die Zeit stehenbleibt. Ein tief religiöses Thema. Denn nach christlicher Vorstellung gibt es tatsächlich einen Zustand, in dem die Uhren stehen bleiben, weil dort Zeit einfach keine Rolle mehr spielt. Genau das ist die Bedeutung von “Ewigkeit“, irgendwann und irgendwie nach dem Leben hier auf dieser Erde.
Ganz vorsichtig näheren sich Bon Jovi diesem Thema – und verpacken es in die Beziehung zwischen Mann und Frau. Gleichzeitig aber geben sie eine Anregung zum Nachdenken: über die eigene Zeit, den Sinn im eigenen Leben und über das, was nach diesem Leben kommen mag. Vielleicht ist es ja wirklich ein Zustand, in dem die Zeit keine Rolle mehr spielt. Wer weiß? Hier sind Bon Jovi und „(You Want To) Make A Memory“.

 

 

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