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Tawil, Adel – Kartenhaus

Die Mutter von Adil Tawel kommt aus Tunesien, der Vater aus Ägypten. Gemeinsam mit seiner jüngeren Schwester und seinem jüngeren Bruder wuchs Adel in Berlin auf – in einem Ortsteil, der allenfalls die Größe einer üblichen deutschen Kleinstadt hat. Dort hatte es der junge Adel Salah Mahmoud Eid El-Tawil, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, nicht immer leicht: Als Neuntklässler sprühte er am Rande eines Schullandheimaufenthaltes im bayerischen Berchesgaden ein Tag auf eine Gebäudewand – und flog prompt vom Gymnasium. Strenge Sitten also, wenn Bayern und Berliner auf einen Nordafrikaner treffen! Ob Adel darüber heute lachen kann, ist nicht bekannt. Klar ist jedoch: Nach ersten Gehversuchen bei verschiedenen Projekten ist er spätestens ein Star, seit ihn die Ikone der Neuen Deutschen Welle, Annette Humpe für das Projekt Ich + Ich gewinnen konnte. Im letzten November koppelte Adel aus seinem ersten Soloalbum „Lieder“ bereits die vierte Single aus – „Kartenhaus“ hat wieder einen eingängigen, rührenden Text.

„Du schaust mich an, so endlos tief und ich sehe es in deinen Augen
Die Worte gehen, die Stille bleibt. Ich halt dich fest, solange ich kann.
Aber keiner hält die Zeiger an. Denn man ist niemals bereit.
Ich will, dass das für immer bleibt. Ich will, dass das für immer bleibt.
Doch dieser Moment ist wie ein Kartenhaus. Und die Zeit zieht ihre Karten raus.
Ich schau ihnen zu, wie sie zu Boden fallen, wie sie zu Boden fallen.“

Ein Text, der von Vergänglichkeit handelt, vom Festhalten… und von einer Liebe, die unsterblich ist. Spannend dazu auch der passende Videoclip: Darin spielt Schauspieler Thomas Kretschmann einen Mann, der immerzu von einer Frau phantasiert. Vor seinem geistigen Auge scheint sie sich in Fensterscheiben und sogar auf der Wasseroberfläche zu spiegeln – so real, dass der Verliebte in einen Swimmingpool
springt, weil er meint, die dort reglos treibende Frau retten zu müssen. Kein Wunder, dass er sogar meint, von ihr berührt zu werden. – Ein Videoclip und ein Song, die deutlich zeigen: Wahre Liebe ist so, als sei sie nicht von dieser Welt. So, als sei sie Teil von etwas, was sich dem direkten Zugriff der Menschen entzieht, auf dass der Mensch nicht wirklich Einfluss hat. Etwas, das auf etwas Göttliches verweist. Und im Vertrauen darauf eine unvorstellbare Kraft gibt. Adel Tawil und Kartenhaus.

 

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