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Garvey, Rea – Colour Me In

Er klingt wie Reamonn – und er ist Reamonn. Des Rätsels Lösung: Reamonn-Bandleader Rea Garvey wollte einfach mal wieder etwas Neues ausprobieren – und hat sich zumindest vorübergehend selbstständig gemacht. Kein Wunder also, dass seine Solo-Songs eine gewisse Ähnlichkeit mit dem haben, was er mit seiner Gruppe auf die Beine stellt. „Colour Me In“ macht da keine Ausnahme. Das trifft auch auf den Text zu. Denn in vielen Reamonn-Songs wirken die Texte leicht und locker – und doch steckt in ihnen oftmals ein Schuss Lebensphilosophie. „Sag, was ist das eigentlich für ein Leben … Ein Leben ohne Farben? Kannst du sie noch sehen? Oder haben uns die vergangenen Jahre blind gemacht? Als wir Kinder waren, war unser Leben noch voller Fantasie! Du hast einfach die Augen zugemacht, und schon sind alle möglichen Farben bunt durcheinander gewirbelt.“ Natürlich geht es um mehr als Farben. Es geht darum, in einem ganz normalen Alltagsprozess nicht abzustumpfen. Es geht darum, sich selbst zu bewahren, vielleicht erst einmal darum, sich wiederzufinden. Die Jagd nach mehr Geld, mehr Luxus, teurerem Urlaub und allem möglichen Kram, den man nach geraumer Zeit doch nicht braucht – wirklich zu leben bedeutet mehr, als ein fleißiger Konsument zu sein. Doch selbst wer das einsieht – es fällt nicht immer leicht, seinem Leben selbst einen tieferen Sinn zu geben. Manchmal braucht es Menschen, die dabei helfen. Und den Mut, einfach einmal in sich hineinzuhorchen. Oder wie es Rea Garvey formuliert: „Hast du jemals innegehalten, um deinem eigenen Herzschlag zuzuhören?“

Wenn man tief in sich hineinhorcht, kann man eine Menge entdecken. Natürlich die große Liebe, von der Rea singt. Vielleicht aber auch ein Gespür für eine andere Sicht vom Leben – und dafür, dass es Dinge gibt, die nicht von dieser Welt sind. Und plötzlich wird das eigene graue Leben wieder bunt. Man muss sich nur darauf einlassen. Oder sogar dazu auffordern. So wie Rea Garvey in Colour Me In. Info: Garvey, Rea: Colour Me In, in: Garvey, Rea: Can´t Stand The Silence, Island/Universal 2011.

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