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Rolling Stones, The – Miss You

Dusty Hill von ZZ Top, Don Everly von den Everly Brothers, Ende September dann Alan Lancaster, immerhin Gründungsmitglied von Status Quo – in den letzten Monaten verabschiedeten sich eine ganze Reihe von Urgesteinen der Rockmusik Richtung „Himmelsband“. Einer von ihnen: Charlie Watts, seit 1963 Schlagzeuger der dienstältesten Rockband der Welt, den Rolling Stones. Gar nicht so lange vor seinem Tod hatte der Gentleman unter den Musiker noch die Frage gestellt: „Was soll ich denn machen? Zu Hause sitzen und den Rasen mähen?“ Dass er bei der nächsten Stones-Tour wieder hinter dem Drum-Kit sitzen würde, war für ihn selbstverständlich. Es hat nicht sollen sein.

Miss You

1978 landeten die Stones mit „Miss You“ ihren letzten von insgesamt acht Nummer Eins-Hit in den USA. Im Song heißt es:

„Ich kann das Ding nicht wirklich fühlen, ich kann nicht schreien, nicht brüllen,
Ich kann es ausatmen und einatmen. All diese Liebe von innen.
Ich werde nicht weinen, wenn du dich verabschiedest.
Ich werde nicht sterben. Ich bin ohne Tränen, werde nicht trinken, nicht essen,

kann nicht mehr hören, werde nicht sprechen.
Lass ihn raus, lass ihn rein all diesen inneren Schmerz.
Ich kann mein Herz nicht einem anderen Lebewesen gegenüber ausschütten.
Aber ich stehe auf, um zu singen.“
Gefühl der Sehnsucht

Mick Jagger behauptete später, „Miss You“ handele nicht von einem Mädchen, sondern von einer Emotion. Für ihn beschreibe der Song ein Gefühl der Sehnsucht, so der Frontmann der Stones. Ein Gefühl, das vor allem dann aufkommt, wenn man sich von einem geliebten Menschen trennen muss. Abschiede gibt es viele im Leben. Kinder verabschieden sich von ihren Eltern, wenn sie morgens zur Schule gehen; Partner verabschieden sich voneinander, wenn sie zur Arbeit müssen. Keiner dieser Abschiede ist endgültig – schließlich sieht man sich geraume Zeit später wieder. Anders ist das mit dem Abschied, der durch den Tod kommt. Fromme Menschen, die an ein Weiterleben nach dem Tod glauben, hoffen auch auf ein Wiedersehen mit geliebten Menschen – wie auch immer das aussehen wird. Zumindest haben sie eine Hoffnung, die den Schmerz des endgültigen Abschieds erträglicher werden lässt.

Miss you, Charlie!

Was aber allen Menschen, egal ob fromm oder nicht, gemeinsam ist, ist dieses Gefühl der Leere. Das Gefühl, dass jemand fehlt. Jemand, dem man gerne sagen würde: Ich vermisse dich! Was auch für die Urgesteine des Rock gilt.
Die Rolling Stones machen weiter, auch ohne Charlie Watts. Aber sie färben nach dem Tod ihres alten Kumpels ihre feurigrote Zunge, die das Leben symbolisiert, nun schwarz, in der Farbe der Trauer, ein. So als wollten sie ihrem Schlagzeuger durch dieses Symbol sagen: Wir vermissen dich, Charlie. Miss You – die Rolling Stones.

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