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Lunchmoney Lewis – Bills

Die Story klingt wie ein modernes Märchen. Eines, wie es nur das Internet hervorbringt. Aber die Story ist wahr: Weil nämlich Onkel und Vater die Reggaeband „Inner Circle“ gründen, kommt Gamal Lewis schon früh mit der Musik in Kontakt. Als 12jähriger wird er Frontmann der Formation „Bottom Up Da Map“ – aber zu mehr als einer lokalen Größe reicht es nicht. Trotzdem veröffentlicht Gamal Song um Song im Web. Bis schließlich Produzent Lukasz Gottwald alias Dr. Luke auf ihn aufmerksam wird. Der schiebt den mittlerweile vollschlanken Typen als Gastsänger auf den Longplayer einer Rapperin. Und ein knappes Jahr hat der Newcomer seine erste eigene Single. Seinen bürgerlichen Vornamen Gamal hat er längst abgelegt. Ob er selbst oder seine Kumpels den Künstlernamen Lunchmoney erfunden haben, bleibt vorerst ungeklärt. Klar ist: Sein erster Hit handelt von unbezahlten Rechnungen – und heißt dementsprechend „Bills“:

„Jede Menge Rechnungen, die ich bezahlen muss.
Ich arbeite und arbeite und arbeite jeden Tag, um die hungrigen Mäuler zu stopfen.
Diese ganzen Rechnungen stapeln sich bergeweise auf meinem Schreibtisch
Die Kinder rennen um mich herum. Ich kann ihre Mägen knurren hören.
Heute ist Vollmond, und mein Mädchen hört nicht auf zu heulen.
Sie sagt, sie verlässt mich, wenn ich nicht mal bald mit 50 Dollar nach Hause komme.“

Seine Frau wie einen Wolf zu beschreiben, der den Mond anheult – ein starkes Bild, das die verzweifelte Situation
fast ein bisschen comicmäßig erscheinen lässt. Und tatsächlich: Die schwierige Lage im Songtext auf der einen Seite, die coole Melodie auf der anderen erzeugen einen eigenartigen Eindruck. Ganz so verzweifelt scheint die Situation dann doch nicht zu sein. Irgendwo scheint es doch eine Spur Hoffnung zu geben. Eine einzige Textstelle deutet an, woher diese Hoffnung kommen könnte:

„Ich bete, dass meine Kreditkarte nicht eingezogen wird!“,

heißt es in dem Moment, in dem sich der Sänger in einer Schlange an der Supermarkt-kasse befindet. Als es ums Alles oder Nichts geht, wendet er sich also an Gott. Ob dies bewusst oder reflexartig geschieht, wird im Song nicht deutlich. Aber eins ist klar: Mit seinem Song hat Lunchmoney Lewis vermutlich schon jetzt genug Geld eingespielt, um sich über seine Schulden keine Gedanken mehr machen zu müssen. Frei nach dem Motto: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott. Lunchmoney Lewis und sein Song über unbezahlte Rechnungen: Bills.

 

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