Drücken Sie Enter, um das Ergebnis zu sehen oder Esc um abzubrechen.

Wellington, Justin ft. Small Jam – Iko Iko

Geboren in Papua-Neuguinea als Sohn zweier australischer Einwanderer, zur Schule gegangen im US-amerikanischen Bundesstaat Texas und in Kanada, heute lebt er in Australien – Justin Wellington kann man eine gewisse Internationalität definitiv nicht absprechen. Und irgendwie ist der Mann sogar ein Weltenbürger. Musikalisch zumindest. Denn schon vor vier Jahren hat er zusammen mit Small Jam seine Fassung von „Iko Iko“ aufgenommen. Seit einer TikTok-Challenge kennt die ganze Welt diesen Song. Und hat den Namen Justin Wellington auf der musikalischen Landkarte.

Geschichte des Songs

Spannender als der Inhalt des Songs ist in diesem Fall seine Geschichte. Zuerst aufgenommen wurde der Song nämlich bereits 1953. Damals hieß er noch Chock-A-Mo, stammte von James „Sugar Boy“ Crawford und Lloyd Price, beide aus Louisiana. Die Verwirrung rund um diesen Song ging bereits los, als er versehentlich unter dem Titel „Jock-A-Mo“ veröffentlicht wurde. Als ein Dutzend Jahre später zwei Mädchen behaupteten, ihre Großmutter schwarzafrikanischer Herkunft hätte ihnen dieses Lied schon immer vorgesungen, war das Chaos perfekt. Was denn nun? Louisiana oder Afrika? Crawford und Price oder die Oma?

Der Einsatz von Sprachwissenschaftlern

Um das Durcheinander zu entschlüsseln, beschäftigten sich sogar Sprachwissenschaftler mit dem Song. Ihr Ansatz: ein paar wenige Wörter, die nicht aus dem Englischen stammen. Das Ergebnis: Diese Wörter kamen nachweislich aus

Westafrika nach Louisiana, wuchsen dort mit anderen Sprachwurzeln zum Kreolischen zusammen – einer Mischsprache, in die sogar Wörter aus der Indianersprache eingeflossen sein sollen. Und aus dem Französischen: Denn der Ruf „iko, iko“ lässt sich auf das französische Wort „écoute“ zurückführen, bedeutet also so viel wie „Hört, hört“. Der Rest der fremden Wörter transportiert vor allem ein positives Lebensgefühl. James „Sugar Boy“ Crawford erklärte später, er habe zwei Indianer gehört, die sich „Chock-A-Mo“ zugerufen hätten. Das hat eine Funktion, wie wir sie von Rockkonzerten kennen: „Seid ihr gut drauf?“ Wunderbar! Dann kann es ja losgehen.
Das Leben feiern

Und genau darum geht es in „Iko Iko“: Nach einer längeren Zeit voller Probleme einfach mal wieder das Leben genießen, seine Lebensfreude zum Ausdruck zu bringen, zu tanzen, zu singen, Spaß zu haben. Gemeinsam Spaß zu haben! Denn das Leben ist schön. Vor allem, wenn man es mit anderen feiern kann. Oder wie es schon ganz früh in der Bibel heißt: Und Gott sah, dass es gut war.

Das Original wurde übrigens zum Karneval in New Orleans gesungen. Mit dem veränderten Text passt die Fassung von Wellington, Justin ft. Small Jam bestens ins Hier und Jetzt: in die Zeit, in der die Corona-Pandemie ganz langsam zu Ende zu gehen scheint. Auch wenn das Justin Wellington gar nicht im Sinn hatte, als er den Titel mit Small Jam aufnahm. Aber es stimmt: Das Leben ist schön! Lasst es uns feiern. „Iko Iko“.

Kommentare

Hinterlassen Sie ein Kommentar

Datenschutz
Ich, Klaus Depta (Wohnort: Deutschland), verarbeite zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in meiner Datenschutzerklärung.
Datenschutz
Ich, Klaus Depta (Wohnort: Deutschland), verarbeite zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in meiner Datenschutzerklärung.