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Clapton, Eric – Cocaine

Böse Zungen behaupten: Wenn es Eric Clapton schlecht gehe, schreibe er seine besten Songs. Na ja! Bei „Cocaine“ stimmt die Geschichte nur zum Teil. Schlecht ging es Clapton, keine Frage. Er hatte dem Heroin abgeschworen, konsumierte stattdessen tatsächlich Kokain und Alkohol. Und er glaubte, dass er den Drogenkonsum im Griff hatte. Was natürlich nicht der Fall war. Darüber hinaus

stammte der Song nicht aus seiner Feder, sondern von seinem Buddy J.J. Cale. Der hatte ihn ein Jahr vorher für seine LP „Troubadour“ geschrieben. Im Song heißt es:

„Wenn du total abhängen willst, musst du es nehmen.
Wenn du völlig runterkommen willst, runter bis auf den Boden: Kokain!
Wenn du schlechte Nachrichten bekommst und du deine Traurigkeit loswerden willst,
Wenn der Tag zu Ende geht und du nicht zur Ruhe kommst: Kokain.
Vergiss aber nicht: Du kannst das nicht wieder zurückdrehen!“

Als zweideutig empfanden Claptons Fans diesen Song, wussten nicht so genau, ob der Gitarrengott die Droge nun verehrt oder sie mit dem Song verdammen wollte, wie Clapton behauptete. Kurzerhand nahm der Gitarrist den Song über viele Jahre aus seinem Tourprogramm heraus. Mittlerweile spielt er ihn wieder, ergänzt aber meistens den Text um die Phrase „that dirty cocaine“, „das dreckige Kokain“. Damit will er zeigen, dass er sich tatsächlich von seinem Drogenkonsum befreit hat. Und dass der Gebrauch von Drogen schlecht ist: Denn die Abhängigkeit kommt oft schleichend. Ein Entkommen, ein Ausstieg aus dem Drogensumpf ist dann oft

nicht mehr möglich. Dass auf Dauer die Kreativität unter dem Gebrauch von Drogen leidet, kommt dann noch dazu. Für einen Musiker ein No Go. Aber bis man das bemerkt, ist es meistens zu spät.
Eine viel deutlichere Sprache als das eingestreute „that Dirty cocaine“ spricht in diesem Zusammenhang aber etwas ganz anderes: Als Eric Clapton nämlich endlich erkannte, wie sehr ihm die Sucht schadete, kämpfte er nicht nur gegen sie an, sondern wollte auch anderen Süchtigen helfen, von der Droge loszukommen. Deshalb eröffnete er 1998 in Antigua eine Art Anti-Sucht-Klinik. Hier wollte er Menschen helfen von der Droge loszukommen. Denn er selbst hatte die leidvolle Erfahrung gemacht, dass der Entzug ohne Hilfe so gut wie gar nicht möglich ist. Mit seiner Anti-Sucht-Klink unterstrich der Gitarrengott, dass „Cocaine“ für ihn wirklich ein Anti-Drogen-Song ist.
Bliebe zum Schluss noch zu erwähnen: Jeder kann sich daran beteiligen, Mr. Slowhand und seine Hilfe für Drogensüchtige zu unterstützen. Denn seit 2004 ruft Clapton alle drei Jahre – Ausnahme: 2016 – zum Crossroads-Guitar-Festival nach Dallas in Texas. Und alle Helden guter alter Gitarrenmusik kommen. Mit den Einnahmen aus dem Konzert finanziert Clapton die von ihm begründete Klinik. Und auch mit den CD-Verkäufen. Damit kann dann jeder der gigantischen Atmosphäre des Festivals nachspüren… und sich ein kleines bisschen an Claptons Drogenklinik beteiligen.

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