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Dire Straits & Clapton, Er – Wonderful Tonight (vers. 1988)

Der 11. Juni 1988 ging in die Rockgeschichte ein. Tausende hatten sich im alt-ehrwürdigen Webleystadion versammelt. Dann standen die Dire Straits auf der Bühne. Als nächsten Song auf der Setliste: Wonderful Tonight, diesen traumhaft schönen Song von Eric Clapton. Ein bisschen hin und her, ein bisschen Intro vom Keyboard; die Bühne wird dunkel. Dann auf einmal diese Gitarre, die Tausende von den Sitzen reißt. Und da steht er zwischen den Dire Straits: der Mann, den sie seit satten zwei Jahrzehnten als Gitarrengott verehren: Eric Clapton. Und der spielt mit Mark Knopfler und Co seinen Song Wonderful Tonight.

Es ist spät am Abend; sie fragt sich mal wieder, welche Sachen sie anziehen soll.
Sie legt ihr Make-up an, kämmt ihr langes blondes Haar.
Und dann fragt sie mich, ob sie gut aussieht.
Und ich sage, ja, du siehst wundervoll aus heute Abend!

Und weiter heißt es:

Ich fühle mich wundervoll, denn ich sehe die Liebe in deinen Augen.
Und das Wunder an alledem ist, dass du gar nicht verstehst, wie sehr ich dich liebe.

Ein atemberaubender, feinfühliger, aufrichtiger Lovesong aus der Feder des großen Gitarristen. Aber am 11. Juni 1988 war er viel, viel mehr: Denn dieser Konzertabend gab es anlässlich des 70sten Geburtstags von Nelson Mandela. Der saß seit 1962 im südafrikanischen Knast, weil er sich vehement für die Rechte der Schwarzen in seinem Land eingesetzt hatte. Für Englands damalige Staatschefin Maggie Thatcher und ihren Kollegen, us-Präsident Ronald Reagan, war er nur ein Terrorist. 1985 lehnte Mandela ein Angebot zur Freilassung ab – er hätte versprechen müssen, für immer auf bewaffneten Widerstand zu verzichten. – Das Wonderful Tonight jenes Konzertes aber war so etwas wie ein Versprechen: Wir werden nicht nachlassen, wir werden den Druck erhöhen – bis Mandela endlich frei ist. Nur zwei Jahre später war es soweit, vier weitere Jahre später wurde Mandela der erste schwarze Präsident Südafrikas. Und „Wonderful Tonight“ wurde so etwas wie eine Demonstration für die Menschlichkeit.

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