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Rise Against – The Violence

43 riesige Betonbüsten ehemaliger US-amerikanischer Präsidenten – der Presidents Park, ein ehemaliges Freilicht- und Skulpturenmuseum in Williamsburg sollte zum Drehort für einen Videoclip von Rise Against werden. Schnell wurde die Genehmigung erteilt – und noch schneller wieder einkassiert. Das, was die Band in „The Violence“ aussagte, verschreckte die staatlichen Stellen. „Sie entschieden, dass wir gegen die Regierung“ seien, postete die Band dazu auf Facebook. Dabei hätten sie lediglich der Macht ohne jegliche Entschuldigung die Wahrheit gesagt, so die Band. Im Song heißt es:

„Wir tanzen auf einem zerbröselnden Abgrund. Am Rand lösen sich die Steine.
Lachen wir? Weinen wir? Ertrinken wir? Sind wir tot? Oder ist das nur ein Traum?
Die Bomben kommen jeden Tag näher.
‚Das kann hier nie passieren‘, sagten wir für gewöhnlich.
Ist dieser Krieg etwa an unsere Türschwelle gekommen?
Ist dieser Moment schlussendlich gekommen?
Oder ist das das alles nur ein Traum?“

Gewalt im TV

Auslöser für den Song waren die Fernsehnachrichten. Angesichts immer neuer Meldungen über Gewalt war die Band entsetzt. Und stellte sich die Frage, woher die Gewalt eigentlich kommt. Liegt sie in der DNA des

Menschen, ist sie Teil seiner Natur? Der Mensch als Spitze des Tierreichs – müsste sich da der Mensch nicht wohltuend von Tieren abheben? Schließlich ist der Mensch das einzige Geschäft auf dem Planeten, das die Fähigkeit zum Mitgefühl hat, so Sänger Tim McIlrath im Interview. Und doch ist der Mensch grausamer als die meisten Tiere. Wie ist das möglich?
Fragen über Fragen, die sich auch im Song wiederfinden:
Fragen im Song

„Liegt die Gewalt in unserer Natur oder ist sie sogar ein Abbild unseres Schöpfers?
Sind wir nicht gut genug? Sind wir nicht mutig genug,
um etwas Größeres zu werden als die Gewalt in der Natur?
Sind wir nicht gut genug oder ist das alles nur ein Traum?
Sind wir zu einem vorbestimmten Schicksal verdammt?
Zu einer schönen Zeit und Schicksal sind wir verurteilt
oder sind wir ein Buch ohne Ende?
Wir sind keine erzählten Geschichten, sind keine Schauspieler
Wir sind keine Geschichten, wir sind keine Schauspieler
Wir sind hellwach und haben die Kontrolle. Und das ist KEIN Traum!“

Für eine bessere Welt

Rise Against gelten als Band, die bewusst politische Aussagen macht. Mit „The Violence“ unterstreichen sie ihren politischen Einsatz für eine bessere Welt. Es wird Zeit, die Reißleine zu ziehen, den längst überfälligen Evolutionsschritt hin zu einer friedlichen Welt zu vollziehen, singt Tim McIlrath mit Inbrunst. Und bittet metaphorisch um einen großen Regen, der alles das, was falsch ist, wegspült. Anspielungen auf die biblische Erzählung, in der Gott das Böse in der Welt durch eine gigantische Flut vernichtet, sind unverkennbar. Genauso wie der dezente Seitenhieb auf Angehörige der drei großen Religionen: Wenn ihr schon der Meinung seid, dass Gott die Menschen nach seinem Abbild geschaffen hat, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder ist Gott selbst ein gewalttätiger Gott. Oder aber ihr müsst euch gewaltig ändern und euch endlich genauso gütig und liebend verhalten, wie ihr Gott beschreibt.

Angst vor drittem Weltkrieg

Eine klare Ansage, der man kaum etwas hinzufügen muss. Außer vielleicht, dass die Band „The Violence“ aus Angst vor einem Dritten Weltkrieg geschrieben hat. Frei nach dem Motto: Wenn ihr der Gewalt keinen Einhalt gebietet, dann läuft alles auf ein nächstes großes Vernichten von Menschen hinaus.
Hoffen wir mal, dass das ausbleibt. Und dass der Ruf von Rise Against gehört wird. Denn „The Violence“ ruft trotz seines Titels zum Gegenteil auf: zum Verzicht auf Gewalt. Immer und überall.
Rise Against und „The Violence“.

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