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11. Januar 2021, Polizei sucht Parksünder per Facebook

Momentaufnahmen, kurze Episoden in den Medien, flüchtige Eindrücke – und alles rauscht einfach vorbei? „Auch das noch“ zeigt die Skripte (leicht überarbeiteter) Rundfunkbeiträge aus dem öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk. Manche wurden sogar speziell für Heaven On Air geschrieben. Frei nach dem Motto: einfach mal einen Moment innehalten.

Dass Mörder, Betrüger und andere Schwerverbrecher mit Hilfe von Fernsehsendungen gesucht werden, ist ja nichts Neues. Schon 1964 suchte Eduard Zimmermann „Nepper, Schlepper, Bauernfänger“, 1967 startete Zimmermann das legendäre „Aktenzeichen XY“. Zimmermann wurde dadurch legendär. Und noch heute erinnern sich die Älteren mit einem Lächeln im Gesicht an Konrad Toenz und Werner Vetterli, die österreichischen bzw. schweizerischen Kollegen, die immer mal wieder zugeschaltet wurden. Bis zum heutigen Tag flimmert „Aktenzeichen XY“ regelmäßig über die Mattscheibe. Und natürlich hat sich sowohl bei den Moderatoren, wie auch bei den technischen Möglichkeiten viel verändert.

Dass allerdings die Polizei selbst Verkehrssünder per Facebook sucht, ist neu. Aber die Polizei von Osnabrück hat das tatsächlich schon vor längerer Zeit gemacht. In einem ganz speziellen Fall. Normalerweise kann die Polizei den Halter eines Fahrzeugs anhand des Kennzeichens ermitteln. In diesem Fall nicht: Das Fahrzeug hat nämlich keins. Und dreist geparkt ist es auch noch: unmittelbar vor den Schranken der Polizeidienststelle. Das geht natürlich gar nicht. Auch wenn es sich bei diesem Fahrzeug um ein sogenanntes Bobby Car handelt, also eine Art Tretauto für kleine Kinder. Oder wie die Beamten der Osnabrücker Polizei bei Facebook humorvoll formulierten: ein 1 PamperS starkes Fahrzeug. Ob sie den roten Sportflitzer wirklich gerne in ihrem Fuhrpark hätten, wie sie schrieben, lassen wir einmal dahingestellt. Klar ist auf jeden Fall: Die Beamten baten den Fahrer oder Halter des Fahrzeugs dringend zur Wache.
Zum Glück hat die Geschichte ein Happy End: Der kleine Jim, sagenhafte drei Jahre alt, meldete sich reumütig auf der Wache und nahm sein Fahrzeug mit nach Hause. Verbunden mit dem Versprechen, nie wieder falsch zu parken. Zur Strafe gab es dann von der Polizei… eine Tafel Schokolade.

Für mich ganz großes Kino! Die Polizisten haben Humor bewiesen, Jim hat bestimmt fürs Leben gelernt und das alles gelang ohne Machtgehabe und autoritärem Verhalten. So, wie ich mir menschliches Miteinander auch unter Erwachsenen wünsche.

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