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tAKIDA – What About Me

Als sich 1999 im schwedischen Ånge in Västernorrland die Band „tAKIDA“ formierte, entdeckten die Fans sofort den Zusammenhang zu einem japanischen Manga-Comic. In der Figur Gohei Takeda hatten nämlich die Männer um Shouter Robert Pettersson ihren Namensgeber gefunden. Ein Manga, der vor allem an männliche Jugendliche adressiert war. Und bei dem es ganz schön abging. Genauso sollte auch die Musik von tAKIDA sein. Ein gutes Beispiel dafür ist der Opener aus ihrem vorletzten Album „Sju“. Und weil wir gerade eh schon beim Thema „Wissensvermittlung“ angekommen sind: „Sju“ ist das schwedische Wort für „sieben“ – irgendwie doch ganz passend beim genau siebten Bandalbum, oder? 😊

„Wenn ich an alte Zeiten zurückdenke – es dauert nicht lange, bis man sich gut fühlt.
Ich werde wohl nie das Licht des Endes sehen.
Hör genau zu: Ich habe keine Lust darauf, etwas zu geben.
Alles, was ich für dich und mich übrighabe, stürzt schnell ab.
Denk man drüber nach, warum. Immer die falschen Ratschläge annehmend
War ich sicher, mein Leben (richtig) zu leben.
Und was ist jetzt mit mir? Ja, ich werde kämpfen.
Ich sehe die Angst in deinen Augen. Aber was ist, wenn ich es selber bin?
Ich habe viel gegeben, ich habe alles gegeben, was ich hatte.
Aber jetzt bist du nur ein Fremder!“

Ein lyrischer Text, der nicht ganz einfach zu knacken ist. Aber er erweckt den Eindruck, dass jemand einen Spiegel vorgehalten bekommt. Was er dort sieht, bringt sein ganzes Leben ins Wanken. Alles, was er getan hat, scheint

falsch gewesen zu sein. Oder zumindest sinnlos, ohne Ziel. Immer bereit zu kämpfen sieht er die Angst in den Augen seines Gegenübers – und erkennt, dass er im Spiegel mit seinen eigenen Ängsten konfrontiert wird.
Wenn das Bild, das ich von mir hatte, ein Trugbild war, wenn alles, was ich von mir selbst geglaubt habe, zerbricht, was bleibt dann eigentlich noch von mir übrig? Wer bin ich eigentlich?

„What About Me“ greift eine uralte Menschheitsfrage auf, auf die auch schon die alten Religionen eine Antwort zu geben suchen. Eine Frage, die sich möglicherweise jeder stellen muss, wenn er sein eigenes Leben einmal ganz kritisch unter die Lupe nimmt. „Wie ist das eigentlich mit mir? Wer bin ich, was bin ich, wie habe ich mein Leben gelebt?“ Und auch diese Fragen gehören direkt dazu: „Welchen Sinn hatte mein Leben? Was habe ich aus meinem Leben gemacht? Habe ich es vergeudet? Oder habe ich etwas Sinnvolles damit angefangen?“

Nach Vorstellung der großen Religionen wird diese Frage von Gott jedem einzelnen nach dem Tod gestellt. Und die jeweilige Antwort entscheidet darüber, ob es ein Leben in der Nähe Gottes gibt oder in der Gottferne. Entweder da, wo es kein Leid und keine Sorgen mehr gibt oder dort, wo das geballte Leid und Elend der Welt versammelt ist. Zumindest könnte man so die sprachlichen Bilder „Himmel“ und „Hölle“ erläutern. Aus gutem Grund ermahnen die Religionen also: Überprüfe so lange du lebst, was du tust. Wenn du erst gestorben bist, ist es zu spät, um noch etwas zu ändern.
Sich selbst den Spiegel vorzuhalten, sich die Frage nach dem eigenen Leben und dem eigenen Dasein zu stellen – genau dazu rufen tAKIDA auf, wenn sie fragen: Was ist jetzt mit mir? „What About Me“.

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