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Pink Floyd – Money

“Gott will Dollars, Gott will Cents, Pfund, Schillinge, Pence, Gulden, Kronen, Schweizer und französische Franken, Escudos, Peseten, Lire – nur keine kleinen Kartoffeln.”

So sarkastisch und böse textete Roger Waters, Ex-Frontmann von Pink Floyd, in seinem Titel “What God Wants, Part II” – und schon beschloss die BBC: So etwas Gotteslästerliches sollten die Radiohörer im UK besser nicht zu hören bekommen. Wobei die Allgewaltigen des Senders völlig daneben lagen: Denn Waters prügelte mit seinem Song lediglich auf die heuchlerischen unter den Fernsehpredigern ein – nicht viel anders, als dies die Kollegen von Genesis mit “Jesus He Knows Me” ein knappes Jährchen zuvor getan hatten. Vielleicht war die Ironie bei Genesis leichter verständlich, vielleicht hätte Roger Waters nicht in nahezu allen Songs seiner Solo-CD Gift und Galle spucken sollen. Schon der CD-Titel “Amused To Death”, angelehnt an ein Buch des Medienkritikers Neil Postman, nagte am Selbstverständnis der Rundfunkmacher: “Wir amüsieren uns zu Tode” – ein Vorwurf, der auch den Machern seichter Radiounterhaltung wie ein Kloß im Hals steckte.
Und jetzt kam Roger Waters daher und verteufelte in “What God Wants” nicht nur das Geld, sondern brachte auch noch den lieben Gott ins Spiel! Unmöglich! Dabei war das nur ein Weiterdreh eines anderen Pink Floyd Songs. “Money”, rund 20 Jahre vorher auf dem legendären Pink Floyd-Album “The Dark Side Of The Moon”, hatte dasselbe Thema. Zum Klirren und Knarzen von Registrierkassen heißt es da:

“Geld! Mach dich weg! Such dir einen Job mit gutem Lohn, dann geht es dir gut
Geld ist Schall und Rauch! Greife das Bare mit beiden Händen und sammle es.
Auto, Kaviar, Vier-Sterne-Tagestraum, ich kaufe mir eine Fussballmannschaft.
Geld, komm zurück! Mir geht es gut! Mann, lass deine Finger von meinem Geldbündel.
Geld ist der Hit. Lasst mich in Ruhe mit allem tugendhaften Unfug.
Ich gehöre zum First-Class Jet-Set, ich glaube, ich brauche einen eigenen Lear Jet.”

36 Jahre ist dieser Song mittlerweile alt – und fast wirkt er so, als stimme er uns auf die Folgen der aktuellen schwelenden Wirtschaftskrise ein. Verteilungskämpfe, Menschen, die sich auf Kosten anderer bereichern, durch ihre Geldgier zu Verbrechern werden, ihren eigenen Egoismus leben und die Ärmsten verrecken lassen. Nichts davon ist neu – Machtmissbrauch um des lieben Geldes willen gab es zu allen Zeiten, in allen Kulturen. Auch, dass die Religion von skrupellosen Ganoven missbraucht wird, um noch mehr Geld in die eigene Tasche zu stecken. Dabei verlangt das Christentum genau das Gegenteil: Teilen, für den anderen dasein, ihn in seinen Nöten nicht alleine lassen. “Money” führt eindringlich vor Augen, wie es ist, wenn nicht Gott, sondern Geld zum Maßstab aller Dinge wird: nämlich unmenschlich! Deshalb ist “Money” von Pink Floyd bis heute so aktuell.

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